„Homo-Heilung hilft“: Empörung über israelischen Minister wächst

Rücktrittsaufforderungen aus Israel und deutlicher Protest aus Luxemburg

Rafi Peretz
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Die Wogen rund um die Aussagen des israelischen Erziehungsministers Rafi Peretz glätten sich nicht: Der ultrakonservative Politiker hatte am Samstag gesagt, er befürworte „Homo-Heilungen“ und hätte auch schon selbst an einer solchen teilgenommen. Nun geht die Community in Tel Aviv auf die Straße, und in Luxemburg habe die Aussagen sogar diplomatische Konsequenzen.

Lehrer und die LGBT-Community fordern den Rücktritt von Erziehungsminister Peretz

So haben am Wochenende in Tel Aviv hunderte Mitglieder der LGBT-Community und ihre Unterstützer gegen Peretz demonstriert und seinen Rücktritt gefordert. Unterstützt vom ehemaligen Regierungschef Ehud Barak forderten sie den Rücktritt des umstrittenen Ministers.

Und sie sind dabei nicht alleine. Mittlerweile haben mehr als 3.000 Lehrer eine Absetzung des homophonen Erziehungsministers gefordert. Andernfalls würden sie in Streik treten, Drohren sie.

Doch davon ist bis jetzt keine Rede: Premierminister Benjamin Netanjahu hat die Aussagen zwar verurteilt und mit Peretz in der Sache telefoniert, doch ein Rücktritt des Ministers, der Vorsitzender der Partei „Jüdisches Heim“ und der Union der rechten Parteien ist, steht derzeit nicht im Raum.

Auch der offen schwule Regierungschef von Luxemburg stellt sich demonstrativ gegen den israelischen Minister

Unterdessen sorgten die Aussagen von Peretz einige tausend Kilometer weiter nördlich für einen diplomatischen Zwischenfall. So hat der offen schwule luxemburgische Premierminister Xavier Bettel deshalb das Abschiedsessen der scheidenden israelischen Botschafterin in Belgien und Luxemburg, Simona Frankel, deshalb in letzter Minute boykottiert.

Dadurch sei Bettels Stuhl beim Abschiedsessen am oberen Ende des Tisches frei geblieben, berichten Medien. Bettel habe sich persönlich bei der Botschafterin dafür entschuldigt und betont, dass die Absage keine Kritik an ihrer Person bedeute, da er sie sehr schätze. Allerdings könne er nicht an Veranstaltungen Israels teilnehmen, solange sich ein Mitglied des Kabinetts für Praktiken wie Homo-„Heilung“ einsetze.