Samstag, 15. Juni 2024
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Parade in Belgrad ohne größere Zwischenfälle

Nur eine kleine Gruppe von Gegendemonstranten störte die mehreren tausend Teilnehmer

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Zu kleineren Zwischenfällen kam es am Sonntag am Rande der Belgrade Pride. Wie auch im Vorjahr marschierte die offen lesbische Ministerpräsidentin Ana Brnabić mit den einigen tausend Teilnehmern, begleitet von ihrer Lebensgefährtin, der Ärztin Milica Djurdjic.

Die Ministerpräsidentin marschierte mit – ihre Politik war auch ein Punkt der Kritik

Dabei war das Motto der Pride, „Wir geben nicht auf“ (“Ne odricem se”), durchaus auch als Kritik an der Untätigkeit der Regierung gedacht, die bei LGBT-Rechten nach wie vor säumig bleibt. So gibt es in Serbien noch immer keine Eingetragene Partnerschaft für schwule und lesbische Paare.

Auch ein Aktionsplan gegen homo- und transphobe Hetze und Hassverbrechen fehle, kritisierten die Organisatoren der Belgrade Pride – genauso wie angemessene medizinische Leistungen für Trans-Personen – und das, obwohl Brnabić seit 2017 im Amt ist.

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Kleinere Zwischenfälle am Rand der Parade

Am Rande der Pride kam es zu kleineren Zwischenfällen: Die Polizei musste die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der serbischen Hauptstadt vor etwa 150 nationalistischen und fundamentalistischen Gegendemonstranten schützen.

Diese hielten unter anderem Holzkreuze und Banner hoch, auf denen „Das orthodoxe Serbien wird von der EU, dem Vatikan und der NATO von innen zerstört“ zu lesen war. Als die Beamten eine Blockade der Gleichstellungsgegner auflösen wollte, kam es zu kleineren Rangeleien. Dabei wurden fünf Gegendemonstranten verhaftet.

Community in Serbien kämpft gegen Diskriminierung

Die Parade war der Höhepunkt einer Pride-Woche, in der es mehr als 60 Veranstaltungen in ganz Belgrad gab, unter anderem auch gratis HIV-Tests.

Die queere Community hat in Serbien mit weit verbreiteter Diskriminierung zu kämpfen. So wurde das Pride Info Center seit Dezember drei Mal zum Ziel von Angriffen, berichtet die lokale Webseite BalkanInsight. Die lokale Politik konnte sich nicht dazu durchringen, die Vorfälle zu verurteilen, kein einziger Angreifer landete vor Gericht.