Stadt Wien macht den Juni zum Regenbogenmonat

Viele kleine Aktionen sollen die Community in der Stadt sichtbar machen

Regenbogen-Zebrastreifen in Wien
Stadt Wien

Auch, wenn die Community dieses Jahr auf das Pride Village und die Regenbogenparade verzichten muss – die Stadt Wien macht den Juni zum „Regenbogenmonat“. Sexuelle Minderheiten sollen trotz der Corona-Krise im Stadtbild sichtbar sein – mit einigen cleveren Ideen.

Anfang Juni wird die Regenbogenflagge am Wiener Rathaus gehisst

Gestartet wird Anfang Juni mit dem Hissen der Regenbogenflagge am Wiener Rathaus. Auch andere öffentliche Orte werden mit dem bunten Symbol der LGBTI-Bewegung beflaggt, zum Beispiel die Wiener Bäder, die Wiener Linien, Wiener Wohnen oder die Bildungsdirektion. Außerdem wird es in Wien einen weiteren Regenbogen-Zebrastreifen geben.

Zusätzlich gibt es auch dieses Jahr wieder die Beflaggung der Straßenbahnen zur Unterstützung der Regenbogenparade. Unterstützer und Mitglieder der Community konnten für eine der 28 Linien eine Patenschaft übernehmen. Die Straßenbahnen fahren den ganzen Monat regenbogenbeflaggt durch Wien.

Am 13. Juni wird der Rathausplatz zum „Regenbogenplatz“

Am 13. Juni – dem Tag, an dem die Regenbogenparade stattgefunden hätte – wird der Rathausplatz als zentraler Platz der Stadt zum „Regenbogenplatz“: So wird es nicht nur Hinweise auf die Vienna Pride 2021 geben, sondern auch die Möglichkeit, ein Foto mit einem großen Regenbogenmotiv zu machen.

„Auch wenn heuer leider keine Abschlusskundgebung am Rathausplatz stattfinden kann, sorgt die Stadt dafür, dass der Rathausplatz zum Regenbogenplatz wird. Die Stadt Wien steht Seite an Seite mit der LGBTIQ-Community für Vielfalt, Akzeptanz und den Kampf gegen Diskriminierung. Wien hält den Rathausplatz für die LGBTIQ-Community frei“, so Antidiskriminierugs-Stadtrat Jürgen Czernohorszky.

Bei der ersten Fensterl-Parade kann jeder ganz einfach Flagge zeigen

Als weiteres Zeichen der Sichtbarkeit veranstaltet der Verein „Sisters – Verein für queer feministische Kunst und Kultur“ am 13. Juni mit Unterstützung der Stadt Wien die erste Fensterl-Parade. Ganz Wien ist eingeladen, ein Zeichen zu setzen: „Verschönere dein Fensterl, tanz auf deinem Balkon! Motiviere auch deine Freund*innen und Nachbar*innen zum Mitmachen. Mach dich bemerkbar – sofern du dich wohl damit fühlst“, so die Erfinderinnen. Der passende Soundtrack dazu kommen zwischen 14.00 und 18.00 Uhr vom ORF-Jugendradio FM4.

Nähere Informationen zur Fensterl-Parade gibt es unter fensterlparade.org auf der Homepage der Organisatorinnen – dort gibt es auch eine spezielle Regenbogenfahne für das Jahr 2020 zu bestellen. Die Fahnen sind kostenlos solange der Vorrat reicht.

Außerdem zieht am 27. Juni ein Regenbogenkorso über die Ringstraße, veranstaltet von der HOSI Wien und der Stonewall GmbH, Veranstalterin der Vienna Pride. Dieser wird etwa eine Stunde dauern. Außerdem wird sich Wien am gleichen Tag beim „Global Pride“ präsentieren, spezielle Kooperationen mit der Szenegastronomie sind auch hier in Planung.

Auch die Schulen sollen Flagge zeigen – um Mut fürs Coming Out zu machen

Doch auch abseits der großen Gesten geschieht im Regenbogenmonat Wichtiges in der Bundeshauptstadt: Mit dem Projekt „FLAGincluded“, das von jungen Aktivistinnen und Aktivisten ins Leben gerufen wurde, sollen Schulen motiviert werden, eine Regenbogenfahne zu hissen. Damit soll Jugendlichen im Coming-out Mut gemacht, Unterstützung gegeben und gezeigt werden, dass ihre Schulgemeinschaft hinter ihnen steht.

„Die Schule muss ein Ort sein, in dem alle Menschen frei von Diskriminierung gleichberechtigt und respektvoll leben, lernen und arbeiten können, unabhängig ihrer sexuellen Orientierungen und Geschlechtsidentitäten“, so die Aktivistinnen und Aktivisten. Die Flaggen werden den Schulen kostenlos zur Verfügung gestellt, durchgeführt wird die Aktion von der HOSI Wien und der Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen (WASt).

Der Monat endet mit der Präsentation des Siegerentwurfs für das Wiener Homo-Monument

Am Ende des Regenbogenmonats soll am 30. Juni der Siegerentwurf für das Denkmal für die Männer und Frauen, die Opfer der Homosexuellen-Verfolgung in der NS-Zeit wurden, präsentiert werden. Es soll im Resselpark umgesetzt werden. Zum Wettbewerb werden acht internationale Künstler und Teams eingeladen. In der Jury waren auch Vertreter der Community. Unterstützt wird das Projekt von der Stadt Wien und dem Nationalfonds der Republik Österreich.

Trotz Corona-Beschränkungen und Absage der Vienne Pride ist der Juni in Wien also bunt. Zahlreiche auch private Initiativen zeigen, wie kreativ die Community ist, und all diese Puzzleteile fügen sich letztendlich zu einem riesengroßen Regenbogen zusammen.