Bis zu 3.000 Radfahrer bei Hamburg Pride erlaubt

CSD in Corona-Zeiten mit Fahrrad und Mindestabstand

Flagge Hamburg
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Nach einem juristischen Scharmützel haben sich der CSD Hamburg und die Polizei der Hansestadt nun auf die Einzelheiten für den am Samstag stattfindenden CSD geeinigt. Aufgrund der Corona-Krise wird dieser zum ersten Mal als Fahrrad-Demonstration stattfinden. 

Die Polizei wollte zunächst nur ein Drittel der Teilnehmer zulassen

Die Polizei wollte die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer ursprünglich auf 1.000 beschränken – das wies der CSD-Verein als unfair und verfassungswidrig zurück, er verwies auf das Recht auf Versammlungsfreiheit. Um seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen, hatte der Verein vor dem Verwaltungsgericht geklagt. 

Nun hat man sich darauf geeinigt, dass bis zu 3.000 Personen dieses Jahr am Hamburger CSD teilnehmen können. “Ich bin sehr froh, dass wir gemeinsam mit der Versammlungsbehörde und in Absprache mit der Gesundheitsbehörde einen Weg gefunden haben, Versammlungsfreiheit und Infektionsschutz in angemessener Weise in Einklang zu bringen”, ist Stefan Mielchen, Erster Vorsitzender von Hamburg Pride e.V., erleichtert.  

Am Samstag zu Mittag geht’s los

Die Demonstration beginnt am Samstag, dem 1. August, um 12.00 Uhr an der Binnenalster, wo sich die Teilnehmer in Blöcken zu 100 Teilnehmenden sammeln. Diese fahren dann zeitversetzt die rund acht Kilometer lange Strecke durch die Stadtteile St. Pauli und Altona, bevor die Demonstration am Dammtorbahnhof endet. Von dort kann man dann in verschiedene Richtungen abfahren. 

Dabei würden “klare Abstands- und Hygieneregelungen” gelten, wie die Veranstalter des Hamburger CSD betonen. So sei ein Mund-Nasen-Schutz “dringend empfohlen”, Personen mit Atemwegserkrankungen oder Corona-Symptomen sei die Teilnahme verboten. 

„Ein CSD gehört auf die Straße“

Außerdem herrsche während der Aufstellung an der Binnenalster und der Demonstration selbst ein striktes Alkoholverbot, die teilnehmenden Fahrräder müssten verkehrstauglich sein, alle Verkehrsregeln müssen während dem CSD eingehalten werden. 

“Corona stellt uns als CSD-Verein vor große Herausforderungen. Die können wir als Community nur gemeinsam stemmen”, so Mielchen: “Wir sind uns der Verantwortung bewusst, die wir unter diesen besonderen Bedingungen tragen. Aber eine Demonstration ist kein Selbstzweck.” Ein CSD gehöre auf die Straße, “denn die politischen Ziele, für die wir weiterhin kämpfen müssen, sind mit Corona nicht verschwunden”. 

Mielchen ist sich sicher: “Unsere Demonstration wird einen völlig anderen Charakter haben als in den Jahren zuvor. Nutzen wir das als Chance!”