Donnerstag, 30. Mai 2024
HomeNewsChronikMünchen bekommt einen Guido-Westerwelle-Platz

München bekommt einen Guido-Westerwelle-Platz

Auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne

Meistgelesen

Neu auf GGG.at

Die bayerische Landeshaupstadt München wird einen Platz nach Guido Westerwelle benennen. Dafür hat sich der Kommunalausschuss letzte Woche einstimmig ausgesprochen. Die Straße befindet sich auf dem Gelände der ehemaligen Bayernkaserne im Stadtteil Freimann.

Zum Gedenken an einen der ersten hochrangigen offen schwulen Politiker Deutschlands

Westerwelle war einer der ersten hochrangigen offen schwulen Politiker Deutschlands. Nach der Bundestagswahl 2009 war er unter Angela Merkel Vizekanzler und Außenminister. Als die FDP 2013 an der Fünfprozenthürde scheiterte, zog er sich aus der Politik zurück. Im Jahr 2016 starb Guido Westerwelle im Alter von 54 Jahren an den Folgen seiner Leukämie.

“Mit Guido Westerwelle verbinde ich den Liberalismus wie mit kaum einem Minister der jüngeren deutschen Geschichte”, so Jörg Hoffmann, der Vorsitzende der FDP-Fraktion im Münchner Stadtrat: “Leben und leben lassen kann als große Erzählung im Leben dieses Politikers gelten. Damit passt ein Guido-Westerwelle-Platz perfekt in unsere weltoffene Stadt.”

- Werbung -

Zwei weitere Straßen werden nach außergewöhnlichen Frauen benannt

Zuvor hatte sich bereits der Ältestenrat des Münchner Stadtrats für die Benennung ausgesprochen. Der Guido-Westerwelle-Platz soll an die ebenfalls neue Helmut-Kohl-Allee grenzen. Der Kommunalausschuss hat außerdem beschlossen, weitere Straßen auf dem ehemaligen Kasernengelände nach Henny Seidemann und Friederike Nadig zu benennen.

Seidemann musste wegen ihrer jüdischen Herkunft vor den Nazis fliehen, kam aber Ende der 1950er Jahre nach Deutschland zurück und kümmerte sich um traumatisierte Überlebende des Holocaust. Die Sozialdemokratin Nadig war 1948 und 1949 eine von nur vier Frauen Mitglied des Parlamentarischen Rates, der das deutsche Grundgesetz erarbeitete.