Iran foltert LGBTI-Jugendliche mit Elektroschocks

UNO-Bericht über Menschenrechtsverletzungen kommt zu einem erschütternden Urteil

Iranische Flagge
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Der Iran soll schwule, lesbische, bisexuelle und trans Kinder mit Elektroschocks foltern. Zu diesem Schluss kommt ein Bericht der Vereinten Nationen über Menschenrechtsverletzungen in der Islamischen Republik, der letzten Mittwoch veröffentlicht wurde. 

UN-Sonderberichterstatter ist über entsprechende Berichte „besorgt“

Demnach ist Javaid Rehman, Sonderberichterstatter der UNO für den Iran, „besorgt über Berichte, wonach lesbische, schwule, bisexuelle und transgender Kinder Elektroschocks und der Verabreichung von Hormonen und starken psychoaktiven Medikamenten ausgesetzt wurden“, um sie von ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität zu „heilen“. 

Diese Praktiken kämen Folter und „grausamer, unmenschlicher und erniedrigender Behandlung“ gleich, so der Bericht. Außerdem würden diese Behandlungen „die Verpflichtungen des Staates aus dem Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte und dem Übereinkommen über die Rechte des Kindes“ verletzen, betont Rehman.

Folter an LGBTI-Jugendlichen schon seit 2016?

Dem UN-Komitee zur Wahrung von Kinderrechten zufolge dürften diese Praktiken bis in Jahr 2016 zurückreichen. Für den britischen LGBTI-Menschenrechtsaktivisten Peter Tatchell sind die Erkenntnisse in dem UN-Bericht „schockierend“: „Diese Misshandlungen sind ein Widerhall der medizinischen Behandlungen für LGBT+-Personen durch die Nazis und andere faschistische Regime“, sagt er der Jerusalem Post

Rehman verurteile diese Prakiken „zurecht als Form der Folter und Verstoß gegen internationale Menschenrechte“: Der UN-Sonderberichterstatter habe „einen vernichtenden Bericht“ über die „systematische Verfolgung von Frauen, LGBT, Menschenrechtsaktivist:innen, Regimekritiker:innen, Gewerkschafter:innen sowie ethnischen und religiösen Minderheiten“ vorgelegt, so Tatchell weiter. Auf Twitter fordert er außerdem, den Iran von internationalen medizinischen Vereinigungen und Konferenzen zu suspendieren.

Seit 1979 wurden im Iran bis zu 6.000 Schwule und Lesben hingerichtet

Sexuelle Minderheiten seien im Iran allgemein „Menschenrechtsverletzungen und weit verbreiteter Diskriminierung ausgesetzt“, so der UN-Bericht: So würden hochrangige Funktionäre des Regimes Angehörige der LGBTI-Community unter anderem als „untermenschenhaft“ oder „krankhaft“ bezeichnen.

„Sogar die Todesstrafe kann in der Islamischen Republik Iran für einvernehmliche sexuelle Aktivitäten zwischen Personen des gleichen Geschlechts verhängt werden“, so der Bericht weiter. Wie durch WikiLeaks bekannt wurde, geht Großbritannien beispielsweise davon aus, dass das iranische Regime seit der iranischen Revolution 1979 zwischen 4.000 und 6.000 Schwule und Lesben hingerichtet hat.