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Keine Werbung für nicht-binäre Menschen auf Google

Kein Job- oder Immobilieninserat für alle, die in der Google-Datenbank weder männlich noch weiblich sind

Google Headquarter
bennymarty/Adobe Stock

Der US-Anzeigenriese Google hat seinen Werbetreibenden ermöglicht, nicht-binäre Menschen gezielt von Kampagnen auszuschließen. Das geht aus Recherchen der gemeinnützigen US-Publikation The Markup hervor. Und diese Möglichkeit soll auch von mindestens hundert Unternehmen genutzt worden sein, so das Ergebnis der Recherchen.

Anzeigenkunden konnten nicht-binäre Menschen gezielt ausschließen

Demnach konnten die Anzeigenkund:innen ihre Werbung gezielt nur an jene Menschen ausspielen, die sich gegenüber Google eindeutig als Mann oder Frau identifiziert hatten. Wer das nicht gemacht hatte, bekam bestimmte Anzeigen gar nicht angezeigt.

Mit Hilfe des Browser-Plugins “Ad Observer” konnte The Markup mindestens hundert Werbetreibende identifizieren, die nicht-binäre Menschen gezielt von ihren Kampagnen ausgeschlossen hatten. Darunter waren auch Jobangebote und Wohnungsanzeigen.

“Ad Observer” ist ein Browser-Plugin, das von der New York University entwickelt wurde. Es sammelt die Anzeigen, die den Online-Nutzer:innen auf Facebook oder YouTube angezeigt werden, damit Wissenschaftler:innen die Targeting-Mechanismen der großen Werbe-Riesen besser analysien können.

Mehr als 100 Werbetreibende nutzten diese Möglichkeit

Eigentlich verbieten es die US-Antidiskriminierungsgesetze, Frauen oder Männer gezielt von Anzeigen für Jobs, Wohnungen oder Finanzprodukte auszuschließen. Allerdings war es für die Werbetreibenden möglich, die Auslieferung der Anzeige an jene Menschen zu blockieren, die bei Google nicht angegeben hatten, einem dieser beiden Geschlechter anzugehören.

Dadurch konnten Firmen absichtlich oder unabsichtlich nicht-binäre Menschen diskriminieren, obwohl das Google in seinen Richtlinien eigentlich verbietet. Die Betroffenen bekommen das in der Regel gar nicht mit.

Google verspricht Besserung

Dem entsprechend verspricht der Tech-Konzern Besserung: Nachdem Google von The Markup über die Ergebnisse seiner Recherche informiert wurde, versprach ein Sprecher des Unternehmens, die Option künftig zu deaktivieren.

“Wir werden in den kommenden Wochen ein Update unserer Richtlinie und der Durchsetzung implementieren, um Werbetreibenden das Targeting oder den Ausschluss von Nutzern auf Basis der Kategorie ‚Geschlecht unbekannt‘ zu untersagen”, so Google gegenüber The Markup.