Oberösterreich: Sexueller Missbrauch beim Bundesheer?

Gegen einen 32-Jährigen Unteroffizier wird ermittelt

Blaulicht
Symbolbild - Archiv

In Oberösterreich ist Anfang Februar ein Unteroffizier des Bundesheeres vorläufig vom Dienst enthoben worden. Wie das Heer mitteilt, wird gegen den 32-Jährigen wegen des Verdachtes der sexuellen Belästigung und des sexuellen Missbrauchs ermittelt. Er bestreitet alle Vorwürfe gegen ihn, es gilt die Unschuldsvermutung.

Ein Unteroffizier soll Kameraden „unsittlich berührt“ haben

Der Unteroffizier war seit Juni 2016 am Fliegerhorst Vogler in Hörsching im Dienst. Ihm wird nun unter anderem vorgeworfen, dass er seit längerem einzelne Untergebene und Kameraden nach dem Dienst zu sich eingeladen habe. „Nach beidseitigem Alkoholkonsum“ soll er die Männer dann unsittlich berührt haben, so das Bundesheer in einer Mitteilung. Außerdem soll er sich während der Nachtruhe „an Zimmerkameraden vergangen“ haben.

Bei den betroffenen Personen soll es sich um Grundwehrdiener und Berufssoldaten des Österreichischen Bundesheers handeln. Der Fall wurde bekannt, nachdem ein Rekrut seinen Vorgesetzten über einen entsprechenden Vorfall informiert und danach Anzeige eingebracht hatte.

Bundesheer hat Disziplinarverfahren gegen den 32-Jährigen eingeleitet

Der Unteroffizier bestreitet alle Vorwürfe der sexuellen Belästigung und des sexuellen Missbrauchs gegen ihn. Das Landeskriminalamt Oberösterreich hat die Ermittlungen aufgenommen. Das Bundesheer hat gegen den 32-Jährigen ein Disziplinarverfahren eingeleitet.

Das Verhältnis des Bundesheers zu Homosexualität war in den letzten Wochen Thema. Bundesheer-Sprecher Michael Bauer nannte etwa diesen Fall als Beispiel, bei dem es im Bundesheer aufschlägt: „Es gibt schon Fälle, wo Menschen homosexuell sind und andere zu Handlungen zwingen. Dann wird es ein Thema“, so der Sprecher gegenüber dem Standard.

Strukturelle Diskriminierung gleichgeschlechtlich liebender Menschen gebe es im Bundesheer nicht, betonte Bauer in diesem Zusammenhang – doch wie auch in der römisch-katholischen Kirche gibt es im Heer offenbar auch kein offenes Klima, das solche Vorfälle rechtzeitig stoppen kann.