Auch der englische Kapitän trägt heute eine Regenbogenbinde

UEFA gibt sich toleranter - auch, weil Hauptspnsoren mit ihrer Werbung Fakten schaffen

Regenbogen-Kapitätsbinde
FA/Twitter

Wenn heute Abend Deutschland und England um einen Platz im Viertelfinale der Fußball-Europameisterschaft kämpfen, wird nicht nur der deutsche Kapitän Manuel Neuer mit einer Regenbogenbinde einlaufen. Sein englischer Kollege Harry Kane hat ebenfalls angekündigt, mit einer Kapitänsbinde in Regenbogenfarben einzulaufen. Unterdessen zeigt der europäische Fußballverband UEFA, wann sie kein Problem mit den Regenbogenfarben hat: Wenn sie von zahlenden Sponsoren kommen. 

Manuel Neuer als Vorbild

Neuer hatte die Regenbogen-Kapitänsbinde bereits in der Vorrunde getragen – und damit Ermittlungen der UEFA ausgelöst. Denn diese gestattet eigentlich nur die von ihr ausgegebene Armbinde. Letztendlich ist die UEFA aber zu dem Schluss gekommen, dass die Binde „als Zeichen der Mannschaft für Vielfalt und damit für good cause bewertet“ werde, wie der DFB schließlich auf Twitter mitgeteilt hat. 

In der Finalphase macht es nun der englische Kapitän Harry Kane dem Deutschen nach. Wie der englische Verband am Montag über Twitter bekanntgegeben hat, wird auch der Stürmer von Tottenham Hotspur mit den sechs Farben der Regenbogenflagge auflaufen. Man wolle zum Ende des Pride-Monats ebenfalls ein Zeichen der Solidarität mit der LGBTQ+-Community setzen, so der Verband. 

Warum wurden am Sonntag niederländischen Fans in Budapest Regenbogenflaggen abgenommen?

Auch der niederländische Kapitän Georgino Wijnaldum hatte am Sonntag beim Achtelfinalspiel gegen Tschechien in der Budapester Puskás Aréna eine Regenbogen-Binde mit der Aufschrift “One Love” getragen. Doch bei den Fans hatte die Toleranz offenbar ein Ende: So wurden sowohl im Puskás-Stadion als auch in der Budapester Fanzone Regenbogenfahnen von ungarischen Fans konfisziert.  

Wie die niederländische Zeitung De Telegraaf berichtet hat, beriefen sich die Ordner auf eine Anweisung der UEFA, wonach nur Landesflaggen erlaubt seien. Das hat der Fußballverband mittlerweile bestritten und betont, man würde “ein solches Symbol in der Fanzone sehr begrüßen”. Regenbogenflaggen seien im Stadion erlaubt, betonte die UEFA. 

Regenbogen-Werbung wird von der UEFA begrüßt

Doch nicht nur, was die Kapitänsbinde oder Flaggen betrifft, gibt sich die UEFA nach der Kontroverse um die Regenbogenbeleuchtung in der Allianz-Arena versöhnlicher – zumal es im aktuellen Kapitel auch um Geld geht: Als Reaktion haben einige der Hauptsponsoren wie Booking.com, Volkswagen, TikTok und Heineken ihre Bandenwerbe-Sujets auf Motive mit Regenbogenfarben ausgetauscht – bei Booking.com sind sogar die Farben der Trans-Flagge zu sehen. 

”Wir glauben fest an gleiche Rechte für alle, dazu gehört auch die Unterstützung der LGBTQI+-Community”, kommentierte die UEFA die Sponsoren-Aktionen und verwies auf ihre eigene “Equal Game”-Kampagne. Jene, die “eine Botschaft der Toleranz und Gleichstellung zu übermitteln”, würden absolut unterstützt, betonte der Verband. 

Doch allzu konsequent will man bei der UEFA offenbar nicht sein, wenn es um Unterstützung für sexuelle Minderheiten geht. Zu den EM-Sponsoren gehören auch staatsnahe Unternehmen aus LGBTI-Ländern wie Qatar Airways oder die russische Gazprom.