Jürgen Klopp: Nur „Idioten“ johlen schwulenfeindliche Fangesänge

Schmähgesang sei "Zeitverschwendung" und helfe dem eigenen Team nicht

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Symbolbild - Adobe Stock

Jürgen Klopp, einer der erfolgreichsten Fußballtrainer der Gegenwart, spricht Klartext: Fans, die bei homophoben Fangesängen mitmachen, seien „Idioten“, so der 54-Jährige in einem Interview, das von seinem Club FC Liverpool veröffentlicht wurde.

Beim letzten Match wurde ein gegnerischer Spieler als Stricher beschimpft

Hintergrund dieser Ansage ist, dass letzten Samstag während des Ligaspiels gegen Norwich City Billy Gilmour, einer der Spieler des gegnerischen Teams, von den Fans als „Stricher“ beschimpft wurde, weil er in dieser Saison von Chelsea auf Norwich ausgeliehen worden war. Für Liverpool hatten die homophoben Gesänge seiner Fans keine Konsequenzen.

„Ich will das aus mehreren Gründen nicht hören“, erklärte der Trainer im Interview mit Paul Amann, dem Gründer des Liverpooler LGBTI-Fanclubs Kop Outs: „Wir leben gerade in einer Zeit, in der wir sehr viel Neues lernen. Ich bin jetzt 54, aber als ich 20 war, haben wir viele Dinge gesagt, über die wir nicht nachgedacht haben. In den letzten 34 Jahren haben wir Gott sei Dank dazugelernt“

„You Never Walk Alone“ ist größer als jeder Schmähgesang

Weiters sagte Klopp: „Ich werde nie verstehen, wie man ein Lied, das sich gegen etwas richtet, im Fußballstadion singen kann.“ Er habe das noch nie gemocht, und solche Fangesänge würden auch dem eigenen Team nicht helfen. Gerade in Liverpool sei dies nicht notwendig. „Wir haben ja wahrscheinlich das beste Gesangsbuch in der Welt“, erinnert der Trainer an die 76 Jahre alten Vereinshymne „You Never Walk Alone“.

Diese verursache Gänsehaut, so Klopp. „Das andere Lied ist durch und durch Zeitverschwendung und wenn du daran glaubt, was du singst, bist du ein Idiot“, macht der Deutsche seine Position klar: „Wenn du nicht darüber nachdenkst, was du in dieser Situation gesungen hast, dann ist das auch Zeitverschwendung; vergiss das Lied und such dir ein neues aus.“