GayCopsAustria haben sich aufgelöst

Trotz einiger Erfolge: Zu wenige Polizist:innen wollten sich im Verein engagieren

Polizisten mit Regenbogenmasken
Symbolbild - Polizei Wien

Die GayCopsAustria lösen sich auf. Das hat der Verein am Samstag bei seiner letzten Generalversammlung beschlossen. Grund für die Auflösung war nicht unbedingt mangelnde Unterstützung durch Vorgesetzte – sondern das Fehlen von genügend Polizist:innen, die sich für den Verein engagieren wollten. 

Seit 2005 als Gruppe, seit 2007 als Verein aktiv

Die GayCopsAustria sind eine Gruppe von lesbischen, schwulen, bi, trans- und intergeschlechtlichen Polizist:innen aus ganz Österreich, die sich seit 2007 in einem Verein organisiert haben. Als Zusammenschluss gab es die Gruppe bereits zwei Jahre früher. Sie wollten sowohl innerhalb der Polizei als auch im alltäglichen Kontakt mit Bürger:innen Vorurteile und Berührungsängste abbauen. 

„Wir möchten uns vielmals für die zahlreichen Unterstützungen über die letzten Jahre & Jahrzehnte bedanken, und auch für die ganzen positiven Worte der letzten Zeit“, heißt es in der abschließenden Facebook-Mitteilung. Der Abschied fiel nicht leicht: „Selbst vor Ort haben wir noch über mögliche Lösungen gesprochen“ – doch Vereinsarbeit brauche Zeit und Personen, die sich engagieren. Und die gab es offenbar – wie bei vielen Vereinen – auch bei den GayCopsAustria nicht im ausreichenden Maße. 

Zu wenig Polizist:innen wollten sich bei den GayCopsAustria engagieren

Dabei ist es nicht das erste Mal, dass die GayCopsAustria vor dem Ende standen: Bereits vor zwei Jahren drohte die Auflösung – die durch einen engagierten neuen Vorstand abgewendet werden konnte. Doch auch ein neues Erscheinungsbild konnte den Mangel an engagierten Helfer:innen nicht ausgleichen. 

Ein Wermutstropfen für die Aktivist:innen: „Über die Jahre wurden wir auch wesentlich weniger innerhalb der Polizei, sprich bei unseren Kolleginnen und Kollegen, gebraucht.“ Das heißt, dass sexuelle Vielfalt bei der Polizei offenbar als Thema angekommen ist. Das würde wiederum bedeuten, „dass es uns in dieser Konstellation vielleicht wirklich nicht mehr benötigt. Und das wäre doch letztlich auch tatsächlich in unserem Interesse“, so die GayCops Austria weiter.  

In ihrer Geschichte konnten sie einige Erfolge erzielen

In ihrer 16-jährigen Geschichte können die GayCopsAustria einige Erfolge erringen: So gab es bereits 2005 – mit Unterstützung des Rechtskomitee Lambda (RKL) – eine grundsätzliche Erlaubnis zum Tragen der Uniform bei queeren (Polizei-)Veranstaltungen. Im Jahr 2009 gab es den ersten Informationsstand bei der Regenbogenparade, und ab 2013 hielt der Verein regelmäßige Vorträge zum Thema „Homosexualität, Transgender – Umgang mit diesen Minderheiten“ an der Polizeischule in der Wiener Marokkanerkaserne. 

Für die GayCopsAustria heißt es nun: „Der*die letzte macht das Licht aus.“ Facebook- und Instagram-Account werden mit 31. Oktober abgeschaltet, die Webseite bekommt eine „Good-Bye“-Seite. „Wir möchten uns noch einmal herzlichst für die Unterstützung der letzten Jahre bedanken“, schließt das GayCopsAustria-Team sein Posting.