Mittwoch, 28. Februar 2024
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Nach Attacke auf trans Gruppe: Droht Wirt nun Lizenzentzug?

Beleidigungen und Schläge gegen trans Gruppe soll harte Konsequenzen haben

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Im November 2019 im Münchner Stadtteil Haidhausen eine Gruppe von trans Personen vor einem italienischen Lokal brutal attackiert – von der Familie des Wirts. Nun könnte der Vorfall für den Wirt Konsequenzen haben: Der Bezirksausschuss von Haidhausen möchte dem Wirt die Schanklizenz entziehen, berichtet die tz.

„Wo du herkommst, wird Leuten wie euch der Kopf abgeschnitten“

Der Vorfall ereignete sich nach einem Abendessen im „Ökumenischen Büro für Frieden und Gerechtigkeit zu Abend“: Sechs trans Teilnehmende waren noch durch Haidhausen gegangen, zwei von ihnen gingen in eine Bar, um Zigaretten zu holen. Die vier, die vor der Bar warteten, wurden von den Gästen angepöbelt und beleidigt. Der Wirt soll einer trans Person aus Honduras gesagt haben: „In den Ländern, wo du herkommst, wird Leuten wie euch der Kopf abgeschnitten“ und ihr gedroht, mit ihr dasselbe zu machen. Dann schlug er ihr ins Gesicht. 

Der Wirt wurde deshalb im Juli wegen sexueller Belästigung, Körperverletzung und Beleidigung zu einer Geldstrafe verurteilt, die Konzession wurde ihm aberkannt. Das Lokal wird nun von Angehörigen weiterbetrieben. Das könne nicht verhindert werden, so das zuständige Kreisverwaltungsreferat. Allerdings werde die Zuverlässigkeit jedes neuen Antragstellers oder jeder neuen Antragstellerin geprüft.

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Nun soll die Wirtsfamilie die Zulassung für das Lokal verlieren

Das reicht dem Bezirksausschuss von Haidhausen nicht. Er hat eine Anfrage an die Stadt München gestellt, ob dem Wirt des italienischen Lokals die Konzession entzogen werden kann – und legt der Stadt diesen Schritt nahe. Das Kreisverwaltungsreferat erklärte der tz, dass bereits eine Zuverlässigkeitsprüfung des Wirtes veranlasst wurde.

„Es wäre unschön, wenn dem Wirt zwar die Konzession genommen würde, diese aber in der Familie bliebe. Dann würde sich die Lage nicht grundlegend ändern“, so Jürgen Fischer von den Linken, der den Antrag gemeinsam mit seiner Parteifreundin Brigitte Wolf eingebracht hat. Der Bezirksausschuss hat den Antrag angenommen.

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