Vorarlberger Altbischof Fischer an Covid gestorben

In mehreren Interviews behauptete er, Homosexualität sei heilbar

Elmar Fischer
Diözese Feldkirch

Der Feldkirchner Altbischof Elmar Fischer ist tot. Er ist am Mittwoch im Alter von 85 Jahren an den Folgen einer Covid-19-Infektion gestorben. Während seiner Amtszeit hat Fischer auch mit Aussagen über die angebliche „Heilbarkeit“ von Homosexualität für Empörung gesorgt.

Medienberichten zufolge war Fischer nicht gegen Covid-19 geimpft

Elmar Fischer war von 2005 bis 2011 Bischof der Diözese Feldkirch und damit nach Bruno Wechner und dem umstrittenen Klaus Küng der dritte Bischof für Vorarlberg. Er wurde seit rund einer Woche auf der Intensivstation des LKH Feldkirch behandelt, zuletzt lebte er zurückgezogen in einer geistlichen Gemeinschaft im Bregenzerwald. Den Vorarlberger Nachrichten zufolge war er nicht geimpft.

So sagte Fischer, der eine Ausbildung zum Psychotherapeuten gemacht hatte, im Februar 2009 in einem Interview mit dem ORF Vorarlberg, dass Homosexualität „wie andere psychische Schwierigkeiten auch heilbar sei“. Er verstehe nicht, warum man der Meinung sein könne, dass Homosexualität eine alternative Sexualform ist, so Fischer damals. 

Homosexualität sei heilbar wie Alkoholismus, sagte Fischer in einem Interview

Für ihn sei sie mit Alkoholismus oder Angstneurosen vergleichbar, erklärte er in dem Interview. Und nachdem seiner Meinung nach auch Alkoholismus heilbar sei, könne man in vielen Fällen auch Homosexualität heilen. Wenig später räumte er in einem Interview mit den Vorarlberger Nachrichten ein, „die letzten Entwicklungen nicht mehr so mitverfolgt“, betonte aber, Homosexualität „sei eine Sexualneurose“.

Einige Tage später ruderte Fischer in einer Aussendung zurück: Er sei nicht mehr auf dem aktuellen wissenschaftlichen Letztstand gewesen. Es läge ihm fern, „mit meinen Aussagen Menschen zu verletzen“, er entschuldige sich „in aller Form für die Aussagen“ und wolle nochmals betonen, „dass ich niemanden damit verletzen wollte“, so Fischer damals.

Schon 1996 wollte er eine Lesben- und Schwulenveranstaltung in Dornbirn verhindern

Als Prälat wollte Fischer allerdings bereits 1996 eine Lesben- und Schwulenveranstaltung in Dornbirn verhindern. Damals schickte er ein mehrseitiges Rundschreiben an alle Pfarren in Vorarlberg, in dem er Studien zitiert, wonach fast die Hälfte aller Homosexuellen beim Sex Drogen nehmen würden und „gewisse geistige Störungen unter Homosexuellen mit weitaus höherer Häufigkeit vorkommen“. 

Außerdem behauptete er, von zehn Homosexuellen würden drei an Orgien teilnehmen, einer sei Sadomasochist und einer hätte eine Vorliebe für Minderjährige. „Diese Gruppe kann also nicht als ‚gay‘ (=lustig) bezeichnet werden“, so Fischers damalige Schlussfolgerung.