Nigeria: Drei Männer wegen Homosexualität zum Tod verurteilt

Scharia-Gericht verurteilt 70-Jährigen und zwei Teenager

Symbolbild: Gericht Nigeria
Symbolbild - Fotolia

In Nigeria sind drei Männer, ein 70-Jähriger und zwei Teenager, wegen homosexueller Kontakte zum Tod durch Steinigung verurteilt worden. Das teilte Adam Dan Kafi, der Chef der Religionspolizei in der Region Ningi, am Freitag mit. 

Den Männern werden „homosexuelle Akte gegen Kinder“ vorgeworfen

Den Männern, die im Mai festgenommen wurden, werden „homosexuelle Akte gegen Kinder“ vorgeworfen, berichtet die BBC. Das ist oft ein Vorwand, um gleichgeschlechtliche Handlungen härter bestrafen zu können. Sie sollen ihre Opfer mit Datteln und Kokosnüssen angelockt haben, so das Gericht.

Wie die BBC weiter berichtet, hatten die Männer keinen Rechtsbeistand, der sie verteidigt hätte. Die drei Männer seien geständig, so der Chef der Religionspolizei weiter. Das Urteil, das von einem Scharia-Gericht gefällt wurde, muss noch vom Gouverneur des Bundesstaates Bauchi bestätigt werden. Gegen das Urteil kann außerdem innerhalb einer 30-tägigen Frist Einspruch eingelegt werden.

Homosexualität gilt in Nigeria als inakzeptabel

Homosexualität wird in Nigeria – wie in den meisten Staaten Afrikas – als inakzeptabel angesehen. Die Todesstrafe dafür gilt ausschließlich in den zwölf mehrheitlich islamischen Regionen. Sie wird in Nigeria trotzdem eher selten verhängt.

In den anderen Teilen des Landes gibt es für homosexuelle Handlungen Gefängnisstrafen bis zu 14 Jahren. Seit 2014 wird auch das Schließen einer gleichgeschlechtlichen Ehe im Ausland mit Haft bestraft.