Sexuelle Belästigung: 31 Millionen Euro Strafe für Kevin Spacey

Gericht: Sexuelle Belästigung am Set von "House of Cards" durch Spacey

Kevin Spacey als Frank Underwood
Netflix

Vor einem Gericht in Los Angeles im US-Bundesstaat Kalifornien hat Oscar-Preisträger Kevin Spacey eine deutliche Schlappe erlitten: Der ehemalige Hauptdarsteller der Netflix-Serie „House of Cards“ muss der Produktionsfirma der Serie rund 31 Millionen Dollar zahlen.

Toxisches Arbeitsklima durch Kevin Spacey

Das berichtet unter anderem das Fachmagazin The Hollywood Reporter unter Verweis auf entsprechende Gerichtsdokumente. Bereits im November letzten Jahres war Spacey zu der Geldstrafe zugunsten der „House of Cards“-Produktionsfirma MRC verurteilt worden. 

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der 63-Jährige gegen die firmeninternen Richtlinien zu sexueller Belästigung verstoßen hatte. Damit habe er Vertragsbruch begangen. Der zweifache Oscar-Preisträger soll am Set von „House of Cards“ mit seinen Kommentaren und Übergriffen für ein „toxisches Arbeitsklima“ gesorgt haben.

Anwälte nennen Forderung voller „faktischer und rechtlicher Fehler“

So haben ihm mehrere junge Männer vorgeworfen, dass er sie ohne deren Einverständnis unsittlich berührt haben soll. Strafrechtlich wurden diese Vorwürfe nicht geklärt. Spacey und seine Anwälte haben gegen die Entscheidung berufen, da die Forderung voller „faktischer und rechtlicher Fehler“ sei.

Das sah ein Richter in Los Angeles nun anders: Er hat den Einspruch von Kevin Spacey gegen das Urteil abgewiesen. Neben Spacey betrifft das Urteil auch seine beiden Produktionsfirmen M. Profitt Productions und Trigger Street Productions.

Nun drohen Kevin Spacey weitere Prozesse

„Wir sind zufrieden mit der Entscheidung des Gerichts“, so der Anwalt von MRC. Die Summe setzt sich aus 29,5 Millionen Dollar Schadenersatz, 1,2 Millionen Dollar Anwaltskosten sowie 235.000 Dollar sonstiger Kosten zusammen.

Strafrechtlich ist Kevin Spacey noch nicht wegen sexueller Übergriffe verurteilt worden. Er muss sich aber nächstes Jahr in London wegen mehrerer Vorfälle vor Gericht verantworten.

Außerdem hat ein Gericht in New York im Juni eine Zivilklage des US-Schauspielers Anthony Rapp zugelassen. Er wirft Spacey vor, ihn als Teenager sexuell belästigt zu haben, strafrechtlich ist der Vorwurf verjährt. Spacey selbst weist alle Vorwürfe gegen ihn zurück.