Anschlag in Colorado Springs: Polizei identifiziert 22-Jährigen als Angreifer

Noch keine Informationen zum Motiv

Anschlag in Colorado Springs
Screenshot: KRDO

Nach der Attacke auf einen queeren Nachtclub in Colorado Springs hat die Polizei auf einer Pressekonferenz erste Details bekanntgegeben. Demnach handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um den 22 Jahre alten Anderson Lee Aldrich. Wie Polizeichef Adrian Vasquez berichtet, hat er bei seinem Angriff eine Langwaffe benutzt.

„Wie haben einen Verdächtigen in Untersuchungshaft“

„Das ist ein schreckliches Verbrechen und wir haben einen Verdächtigen in Untersuchungshaft. Wir müssen das Richtige tun und sicherstellen, dass Gerechtigkeit getan wird“, sagte John Suthers, der Bürgermeister von Colorado Springs, bei der Pressekonferenz.

Den bisherigen Ermittlungen zufolge begann der Attentäter mit einer Langwaffe zu schießen, sobald er den queeren Club betreten hatte. Die Polizei fand in dem Club aber noch eine zweite Waffe, wie der Polizeichef erklärte. 

Der beherzte Einsatz einiger Gäste rettete Leben

Kurz nach den ersten Schüssen konnte Aldrich von mindestens zwei Gästen gestoppt werden. So konnte der 22-Jährige bereits um 0:02 Uhr, sieben Minuten nach dem ersten Notruf, von der Polizei festgenommen werden.

Der beherzte Einsatz der Gäste wird von Vasquez als „heldenhaft“ beschrieben. Suthers ist sich sicher: „Ihr Einsatz hat Leben gerettet“. Und auch Jared Polis, der Gouverneur von Colorado, bezeichnet die mutigen Gäste, die den Angreifer gestoppt hatten, als Lebensretter.

Zwei Opfer sind noch in kritischem Zustand

Bei der Attacke wurden fünf Menschen getötet und 18 verwundet. Einige von ihnen haben keine Schusswunden, sondern wurden bei der Flucht verletzt. Die Verletzten wurden in verschiedene Krankenhäuser gebracht. Zwei von ihnen seien den Ärzten zufolge in einem kritischen Zustand. Andere Opfer wurden weniger schwer verletzt, einige konnten bereits aus den Krankenhäusern entlassen werden.

Ob es sich bei dem Anschlag um ein Hassverbrechen handelt, ist noch nicht klar. Die Behörden halten sich mit einer offiziellen Einschätzung zurück. Polizeichef Vasquez sagte nur, man arbeite daran, das Motiv für den Anschlag herauszuarbeiten. 

Das Motiv ist noch unbekannt – der Tatverdächtige amtsbekannt

Bezirks-Staatsanwalt Michael Allen sagte auf eine entsprechende Frage, „das wird untersucht und wird unter diesem Blickwinkel untersucht“. Der zuständige Bundesstaatsanwalt Cole Finegan hat angekündigt, in dem Fall mit lokalen Behörden zusammenzuarbeiten.

Der Tatverdächtige dürfte für die Polizei von Colorado Springs kein Unbekannter sein. So sei letztes Jahr jemand mit dem gleichen Namen und dem gleichen Alter nach einer Bombendrohung in einem Wohngebiet nahe Colorado Springs verhaftet worden. Er soll seiner Mutter gedroht haben, sie mit selbstgemachen Bomben und Waffen zu verletzen. Bei einer Durchsuchung wurden keine Bomben gefunden.

Parteiübergreifendes Entsetzen in der Politik

Vor Ort sorgt das Attentat für Entsetzen. Michsael Bennet, Demokratischer Senator von Colorado, erklärte, „wir müssen mehr tun, um die LGBTQ-Community zu schützen und deutlich gegen Diskrimimierung und Hass in jeder Form zusammenstehen.“

Auch die Republikanische Abgeordnete Lauren Boebert, die sich entgegen ihrer Parteilinie für ein schärferes Waffenrecht ausspricht, nannte den Anschlag „absolut schrecklich“ und fügte hinzu: „Diese rechtlose Gewalt muss enden – und zwar schnell“.

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