Samstag, 25. Mai 2024
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Kenia: LGBTI-Aktivist ist erstickt

Der kenianische LGBTI-Aktivist und Modeschöpfer Edwin Chiloba ist erstickt worden. Das ist das offizielle Ergebnis der Obduktion. Fünf Verdächtige wurden festgenommen, darunter ist auch der Lebenspartner des 25-Jährigen.

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„Nach unseren Erkenntnissen starb er an den Folgen einer durch Ersticken verursachten Asphyxie“, sagte Johansen Odour, ein amtlicher Pathologe, am Mittwoch nach der Obduktion von Edwin Chiloba. „Wenn man sich seine Fingernägel ansieht, waren sie bläulich, was darauf hindeutet, dass er unter Sauerstoffmangel litt, als er starb.“

Chiloba hatte drei Socken im Mund und eine Jeans um sein Gesicht gewickelt

In seinem Mund befanden sich drei Socken und um sein Gesicht war eine Jeans gewickelt, so Oduor. Verletzungen habe der Leichnam nicht aufgewiesen. Damit wies er indirekt in Sozialen Medien kursierendes Gerücht zurück, dass Chilobas Augen ausgestochen worden sein sollen.

Die Leiche des 25-Jährigen war letzte Woche in einer Metallkiste am Straßenrand im Bezirk Uasin Gishu im Westen des Landes gefunden worden. Es soll dort aus einem fahrenden Auto ohne Kennzeichen geworfen worden sein.

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Sein Freund ist dringend tatverdächtig, meint die Polizei

Wie die Polizei bekanntgab, gilt Chilobas langjähriger Partner Jacktone Odhiambo, ein kenianischer Fotograf, als dringend tatverdächtig. „Sie waren ein Paar und lebten zusammen. Es war ein Verrat von einem von ihnen“, so ein ermittelnder Polizist. Odhiambound vier weitere Verdächtige, die bei der Beseitigung der Leiche geholfen haben sollen, befinden sich in Polizeigewahrsam.

Allerdings gilt die Polizei in Kenia als LGBTI-feindlich – die Ermittlungsergebnisse sollten deshalb kritisch gesehen werden, betonen lokale LGBTI-Aktivist:innen. Menschenrechtsorganisationen fordern deshalb weiterhin eine vollständige und unabhängige Untersuchung des Todes von Edwin Chiloba.

Eine gute Freundin trauert um Edwin Chiloba

Allerdings schrieb auch die in Kenia bekannte Geschäftsfrau Mitchelle Ntalami, eine Freundin des Opfers, dass der verhaftete Fotograf nicht die große Liebe von Chiloba gewesen sei – im Gegenteil: „Es tut weh, dass der, der behauptet hat, dass er dich liebt, dein Herz immer und immer wieder gebrochen hat und schließlich auch dein Leben genommen hat.“, schreibt sie in einem emotionalen Abschieds-Posting auf Instagram.

Wie in den meisten Ländern Afrikas ist Homosexualität auch in Kenia tabu und wird auch strafrechtlich verfolgt. Einvernehmliche gleichgeschlechtliche Handlungen können auch in dem 55 Millionen Einwohner zählenden Land mit bis zu 14 Jahren Haft bestraft werden. Die LGBTI-Community Kenias ist ständiger Diskriminierung und auch körperlichen Angriffen ausgesetzt.