Sonntag, 3. März 2024
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Franziskus: „Homosexualität ist eine Sünde – kein Verbrechen“

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur AP hat Papst Franziskus Gesetze kritisiert, die Homosexualität kriminalisieren. Das sei “ungerecht”, so der 86-Jährige. Gott liebe alle seine Kinder, so wie sie seien.

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“Homosexuell zu sein ist kein Verbrechen”, machte Papst Franziskus in dem am Dienstag veröffentlichten Interview klar. „Ja, aber es ist eine Sünde. Gut, aber lasst uns zuerst zwischen einer Sünde und einem Verbrechen unterscheiden“, so der Pontifex gegenüber der Nachrichtenagentur Associated Press (AP) : “Es ist auch eine Sünde, dem anderen gegenüber keine Nächstenliebe zu haben.” 

Die römisch-katholische Kirche soll sich gegen Gesetze einsetzen, die Homosexualität kriminalisieren

Franziskus berief sich dabei auf den Katechismus der römisch-katholischen Kirche, der besagt, dass Homosexuelle willkommen geheißen und mit Respekt behandelt werden müssen – auch wenn gleichgeschlechtliche Sexualität eine “Störung” sei. Der 86-Jährige rief seine Bischöfe deshalb dazu auf, queere Personen in der Kirche willkommen zu heißen. 

Wenn Würdenträger solche Gesetze als “ungerecht” benennen, könne und solle die römisch-katholische Kirche helfen, diese abzuschaffen. “Sie muss das tun. Sie muss das tun”, wiederholte er. Er räumte auch ein, dass römisch-katholische Bischöfe solche Gesetze allerdings in einigen Teilen der Welt unterstützten.  

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Auch homophobe Bischöfe sollen ihre Einstellung ändern

Diese Ansichten sehe er in einen “kulturellen Hintergrund” eingebettet. Allerdings müssten besonders Bischöfe einen Veränderungsprozess durchlaufen, um die Würde jedes einzelnen zu erkennen – sie müssten das „bitte mit der Zärtlichkeit tun, die Gott für jeden von uns hat“. 

Ähnlich hatte sich der Papst bereits in der Vergangenheit geäußert – etwa 2013 mit dem Satz: “Wer bin ich, sie zu verurteilen?” Im Jahr 2020 rief er die Eltern queerer Kinder auf, sie so zu lieben wie sie seien, “weil sie sind Kinder Gottes” – eine Botschaft, die er letztes Jahr wiederholte

Derzeit kriminalisieren 67 Staaten einvernehmliche gleichgeschlechtliche Aktivitäten unter Erwachsenen. In elf von ihnen droht Lesben und Schwulen sogar die Todesstrafe, vollzogen wird sie Menschenrechtsorganisationen zufolge in mindestens sechs dieser Staaten: Dem Iran, dem Norden Nigerias, Saudi-Arabien, Somalia und dem Jemen.  

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