Montag, 17. Juni 2024
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Höchstgericht in Japan stärkt Rechte von trans Menschen

Bedeutendes Urteil für die Rechte von trans Menschen in Japan: Das oberste Gericht hat am Mittwoch entschieden, dass sie sich nicht sterilisieren lassen müssen, um ihr Geschlecht amtlich ändern zu können.

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Das oberste Gericht Japans hat heute ein Gesetz aus dem Jahr 2014 für verfassungswidrig erklärt. Dieses besagte, dass Menschen nur dann ihr Geschlecht amtlich ändern lassen können, wenn sie nicht mehr fortpflanzungsfähig wären. Noch im Jahr 2019 hatte die kleine Kammer des Gerichts das Gesetz als verfassungsmäßig bestätigt.

Ein „wichtiger Sieg für Transgenderrechte in Japan“

Eine trans Frau hatte gegen dieses Gesetz eine Petition gestartet und nun Recht bekommen. Ihr Anwalt führte an, dass ihre Fortpflanzungsfähigkeit aufgrund jahrelanger Hormontherapie bereits beeinträchtigt sei. Er betonte zudem die mit der Operation verbundenen Risiken und das körperliche Leiden.

Für die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW), die das Gesetz mehrmals scharf kritisiert hatte, sieht in der Entscheidung des obersten Gerichts einen „wichtigen Sieg für Transgenderrechte in Japan“. Es wahre „die Rechts auf Gesundheit, Privatsphäre und körperliche Autonomie von Transpersonen in Japan“, so Kanae Doi, Japan-Direktorin von HRW, gegenüber der BBC.

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Nun könnten auch weitere diskriminierende Bestimmungen fallen

Nun hoffen LGBTI-Aktivist:innen, dass in Zukunft weitere diskriminierende Bestimmungen fallen könnten. Dazu gehört die Voraussetzung, erwachsen und unverheiratet zu sein, sowie keine minderjährigen Kinder zu haben. Auch müssen trans Menschen in Japan „Genitalien, die denen des anderen Geschlechts ähneln“ haben, um ihr Geschlecht amtlich ändern zu können.

Die amtliche Änderung des Geschlechts ist in Japan erst seit 2003 möglich. Zwischen 2004 und 2022 haben 11.919 Personen ihren Personenstandseintrag beim Familiengericht geändert. Japan ist eines von 18 Ländern weltweit, das trans Menschen, die ihr Geschlecht amtlich ändern wollen, eine Sterilisation vorschreibt – eine Forderung, die auch von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) abgelehnt wird.