Freitag, 19. Juli 2024
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Nigeria: 76 Festnahmen nach „Schwulenhochzeit“

In Nigeria sind insgesamt 76 „Homosexuelle“ bei einer Feier festgenommen worden. Der Staat geht seit Monaten restriktiver gegen sexuelle Minderheiten vor

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Insgesamt 59 Männer und 17 Frauen sind am letzten Samstag in Nigeria bei einer Feier festgenommen worden. Das haben die Behörden am Montag bekanntgegeben. Dabei hätten 21 von ihnen „willentlich ihre Homosexualität zugegeben“, so Buhari Saad, ein Sprecher des Nigeria Security and Civil Defense Corps, gegenüber der Nachrichtenagentur AFP.

Die Polizei ist sich sicher: Es handelte sich um eine „gleichgeschlechtliche Hochzeit“

Den Feiernden wird vorgeworfen, es habe sich dabei um eine gleichgeschlechtliche Hochzeit gehandelt. „Wir haben 76 mutmaßliche Homosexuelle festgenommen, die eine Geburtstagsfeier veranstalteten, die von einem von ihnen organisiert wurde, der bei der Veranstaltung seine männliche Braut heiraten sollte“, erklärte Saad der Presse.

Angeblich erfolgte die Razzia nach einer Beschwerde von Nachbarn. Gleichgeschlechtliche „Hochzeiten“ sind seit einer Strafverschärfung aus dem Jahr 2014 in Nigeria verboten und werden mit bis zu 14 Jahren Haft bestraft. Auch gleichgeschlechtliche Handlungen werden mit diesem Paragrafen aus der britischen Kolonialzeit mit bis zu 14 Jahren Haft bestraft werden.

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Nicht die erste Razzia gegen sexuelle Minderheiten in den letzten Monaten

Der Vorfall ereignete sich im muslimisch dominierten Bundesstaat Gombe. In den zwölf muslimisch dominierten Bundesstaaten Nigerias droht sexuellen Minderheiten zusätzlich noch eine Strafe nach dem Scharia-Recht. 

Nigeria verschärft seinen Kurs gegen Angehörige sexueller Minderheiten: Erst vor etwa zwei Monaten sind bei einer angeblichen „Schwulenhochzeit“ im Süden des Landes etwa 200 Menschen festgenommen wurden. Davon warten nun 69 auf ihren Prozess. Sie wurden vorübergehend auf Kaution freigelassen.

Und auch in anderen Ländern Afrikas wird das Klima gegenüber sexuellen Minderheiten zunehmend unfreundlich. So hat Uganda sein ohnehin schon restriktives Anti-Homosexualitäts-Gesetz im Mai noch einmal verschärft, nun können gewisse sexuelle Handlungen mit der Todesstrafe geahndet werden. In Kenia wird derzeit über ein ähnliches Gesetz diskutiert.