Montag, 17. Juni 2024
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Bayern: 94 Prozent der queeren Jugendlichen wurden schon diskriminiert

Eine aktuelle Studie zeigt: Die Lebenssituation für junge queere Menschen in Bayern ist zum Teil alarmierend. Ein Großteil von ihnen hat schon Diskriminierung erlebt - vor allem an Schulen.

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Fast 94 Prozent der queeren Jugendlichen in Bayern erleben Diskriminierung. Das geht aus der Studie „How are you“ des Bayerischen Jugendrings (BJR) hervor, die am Mittwoch veröffentlicht wurde. Für die Studie hat der BJR mit dem Institut für Diversity- und Antidiskriminierungsforschung (IDA) und der Hochschule Fresenius zusammengearbeitet.

Nicht-cis Jugendliche erleben am meisten Diskriminierung

Die Ergebnisse sind zum Teil alarmierend: So haben neun von zehn Befragten in ihrem Leben mindestens einmal Diskriminierung erfahren. Dabei erleben junge Menschen mit einer trans, nicht-binären oder questioning Geschlechtsidentität (TNQ) mehr Diskriminierung als cis Befragte.

Besonders alarmierend: Die meiste Diskriminierung findet an Schulen statt. Weitere Diskriminierungserfahrungen werden in der Öffentlichkeit, im Internet, bei der Arbeit sowie in Gesundheitseinrichtungen und im engeren und weiteren Familienkreis gemacht. Und: Je mehr Erfahrung die Jugendlichen mit Diskriminierung haben, desto niedriger sind ihr Wohlbefinden und ihre Widerstandsfähigkeit, die Resilienz.

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Flächendeckend gibt es zu wenig Angebote für queere Jugendliche

Mit der eigenen sexuellen Identität setzen sich viele Jugendliche zunächst im Internet auseinander – hier gibt es viele niedrigschwellige Angebote. In der direkten Umgebung fehlt vielen Befragten ein solches Angebot. Teilweise fahren queere Jugendliche bis zu drei Stunden nach München, um ein solches Angebot in Anspruch zu nehmen, erklärt Lysander Wöhler, Vorstand des Vereins diversity München.

Neben einem Ausbau der Freizeitangebote wünschen sich queere Menschen in Bayern auch mehr Sensibilisierung für LGBTI-Themen in verschiedenen Lebensbereichen wie Schule/Universität, Arbeit oder bei Freizeitangeboten und in Religionsgemeinschaften. Das könne zu mehr Akzeptanz und Unterstützung und weniger Diskriminierung beitragen.

Insgesamt wurden für die Studie mehr als 2.000 junge Menschen im Alter zwischen 14 und 27 Jahren befragt. Damit stehe „erstmals eine belastbare Datenbasis zur Verfügung, um die Lebenssituationen und Bedarfe queerer junger Menschen in Bayern genauer zu durchleuchten“, so BJR-Präsident Philipp Seitz.