Mittwoch, 21. Februar 2024
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Griechenland will Ehe für schwule und lesbische Paare öffnen

Als eines der letzten Länder der "alten" EU will nun auch Griechenland die Ehe für Lesben und Schwule öffnen. Das hat der konservative Regierungschef Kyriakos Mitsotakis nun angekündigt.

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Griechenland wird die Ehe für schwule und lesbische Paare öffnen und den Paaren auch das Recht auf Adoption gewähren. Das hat Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis, der einer konservativen Regierung vorsteht, am Dienstag im öffentlich-rechtlichen Rundfunk ERT bestätigt.

Ehe-Öffnung in Griechenland: Ende der Diskriminierung im Eherecht

Seine Regierung werde „die Abschaffung jeglicher Diskriminierung aufgrund der sexuellen Orientierung bei der Eheschließung“ verabschieden, so Mitsotakis. Bevor er dem Kabinett einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet, wolle er noch „die Diskussion in der Gesellschaft reifen“ lassen.

Weiterhin verboten bleiben sollen iassistierte Reproduktion oder Leihmutterschaft. Es handle sich bei der Öffnung der Ehe um „nichts revolutionäres“, sondern um etwas, das bereits in den meisten Staaten der EU gelte.

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Mitsotakis will nicht, dass das Thema die Gesellschaft spaltet

„Ich möchte nicht, dass dieses Thema die griechische Gesellschaft spaltet“, so Mitsotakis: „Ich respektiere diejenigen, die eine andere Meinung oder den Standpunkt der Kirche vertreten“ Er betonte, dass es nicht um kirchliche, sondern um standesamtliche Trauungen gehe.

Bis jetzt gilt die orthodoxe Kirche als größtes Hindernis bei der Öffnung der Ehe für schwule und lesbische Paare. Erst im Dezember hat sie ein Rundschreiben an die einzelnen Diözesen veröffentlicht, in dem Ehe und Adoption für gleichgeschlechtliche Paare aufs Schärfste verurteilt worden waren.

Abstimmung noch vor der EU-Wahl, ohne Fraktionszwang

Griechischen Medien zufolge soll das Parlament allerdings noch vor der Wahl zum europäischen Parlament im Juni über die Ehe-Öffnung abstimmen. Die Öffnung der Ehe ist auch in Mitsotakis‘ konservativer Partei Nea Dimokratia ein umstrittenes Thema – so könnten weniger als 100 der insgesamt 158 Abgeordneten seiner Partei dafür stimmen.

Der Ministerpräsident kündigte deshalb an, den Fraktionszwang für die Abstimmung zur Öffnung der Ehe auszusetzen. Die linke Oppositionspartei Syriza, die mit Stefanos Kasselakis einen offen schwulen Vorsitzenden hat, befürwortet ein solches Gesetz. Die Partei hatte auch im Jahr 2016 während ihrer Regierungszeit Eingetragene Partnerschaften in Griechenland eingeführt.