Mittwoch, 21. Februar 2024
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Jemen: Huthis verurteilen 13 Menschen wegen Homosexualität zum Tod

Während die Welt damit beschäftigt ist, die Angriffe der Huthis im Roten Meer zu beobachten, drehen sie nun im eigenen Land die Daumenschrauben an: 13 Menschen sollen öffentlich hingerichtet werden, weil sie homosexuell sind.

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Die Lage sexueller Minderheiten im Jemen hat sich weiter massiv verschlechtert. Am Sonntag hat ein Gericht in der von den Huthis kontrollierten Provinz Ibb 13 Menschen wegen Homosexualität zum Tode verurteilt. Das berichtet die französische Nachrichtenagentur AFP. Die Todesurteile sollen öffentlich vollstreckt werden.

Mehr als 35 Personen sollen ebenfalls wegen Homosexualität festgenommen worden sein

Der Agentur liegt ein nicht verifiziertes Video vor, das zeigen soll, wie der Richter die Urteile verliest. Es ist unklar, wann die Urteile vollstreckt werden sollen. Es besteht die Möglichkeit, Berufung einzulegen.

Laut einem Informanten von AFP wurden drei weitere Personen aufgrund ähnlicher Anschuldigungen inhaftiert. Außerdem wurden 35 Personen wegen des Vorwurfs der Homosexualität festgenommen.

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Während die Welt aufs Rote Meer schaut, verstärken die Huthis die Übergriffe im eigenen Land

Die vom Iran unterstützten Huthis „verstärken ihre Übergriffe im eigenen Land, während die Welt damit beschäftigt ist, ihre Angriffe im Roten Meer zu beobachten“, so Niku Jafarnia, Jemen-Expertin bei der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW).

Ein Bericht des UNO-Sicherheitsrates aus dem Jahr 2023 zeigt, dass die islamistischen Huthis angeblich „Kinder im Alter von 13 Jahren inhaftieren“, von denen einigen „wegen ihrer angeblichen homosexuellen Orientierung ‚unanständige Handlungen‘ vorgeworfen werden“.

Ziel der Huthis ist die Errichtung eines Gottesstaates

Der Euro-Mediterranean Human Rights Monitor hat zwischen 2014 und 2022 insgesamt 350 Todesurteile gezählt, die in den von den Huthis kontrollierten Provinzen des Jemen gesprochen wurden. Hingerichtet wurden elf Menschen.

Die Huthi-Kampfgruppen wurden in den Neunzigerjahren gegründet, um einen islamistischen Gottesstaat zu errichten. Seit 2015 kämpfen Truppen der jemenitischen Regierung, die von Saudi-Arabien unterstützt werden, gegen die Huthis. Seitdem hat der Konflikt zu hunderttausenden Toten geführt und eine Millionen Menschen leiden an Hunger.