Sonntag, 26. Mai 2024
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Viagra gegen Alzheimer: Neue Studie macht Hoffnung

Eine neue Studie zeigt mögliche Vorteile von Medikamenten gegen Erektionsstörungen bei der Vorbeugung von Alzheimer

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Forscher:innen des University College London (UCL) haben eine vielversprechende Entdeckung gemacht: Medikamente gegen Erektionsstörungen wie Viagra könnten das Risiko, an Alzheimer zu erkranken, senken.

Viagra-Konsumenten hatten ein deutlich reduziertes Alzheimer-Risiko

In einer umfassenden Untersuchung analysierten die Wissenschaftler die medizinischen Aufzeichnungen von fast 300.000 Männern über 40 Jahren, die an Erektionsstörungen litten. Mehr als die Hälfte dieser Männer wurde mit Medikamenten wie Viagra, Cialis, Vardenafil und Avanafil behandelt.

Die Analyse ergab, dass Männer, die diese Medikamente einnahmen, ein um 18% niedrigeres Risiko hatten, Alzheimer zu entwickeln, verglichen mit denen, die keine solche Behandlung erhielten. Besonders bemerkenswert war, dass diejenigen, die diese Medikamente „am häufigsten“ verschrieben bekamen, sogar ein um 44% geringeres Risiko aufwiesen.

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Vorsichtiger Optimismus bei den Forscher:innen

Obwohl diese Ergebnisse ermutigend sind, betonen die Autoren der Studie, dass das nur ein erster Schritt sein kann: „Es braucht mehr Forschung, um diese Erkenntnisse zu bestätigen, mehr über mögliche Vorteile und Mechanismen dieser Medikamente zu bestätigen und die optimale Dosierung zu ermitteln“, sagt Dr. Ruth Brauer, die leitende Autorin der Studie.

Und sie fügt hinzu: „Eine randomisierte, kontrollierte Studie mit männlichen und weiblichen Teilnehmern ist erforderlich, um festzustellen, ob diese Ergebnisse auch auf Frauen zutreffen würden“

Dr. Leah Mursaleen, Forschungsleiterin bei Alzheimer’s Research UK, ergänzt: „Solche Studien sollten auch herausfinden, ob diese Medikamente bei anderen Gruppen wie Frauen und Männern, bei denen keine erektile Dysfunktion diagnostiziert wurde, Auswirkungen haben könnten. Wir müssen auch verstehen, wie sich diese Erkenntnisse auf unterschiedlichste Gruppen der Bevölkerung anwenden lassen“, sagt sie dem britischen Sender Sky News.

Ein Medikament gegen Alzheimer könnte Millionen Menschen helfen

Der Alzheimer-Gesellschaft zufolge leiden weltweit etwa 55 Millionen Menschen an einer Form von Demenz. Dazu gehört auch Alzheimer. Schätzungen zufolge könnte diese Zahl bis zum Jahr 2050 auf 139 Millionen ansteigen.

Derzeit gibt es keine Heilung für die Krankheit, obwohl in den letzten Jahren neue Medikamente entwickelt wurden, die marginale Effekte bei der Verlangsamung der Krankheit gezeigt haben.