Montag, 27. Mai 2024
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Papst Franziskus: Benedikt XVI. hat sein Ja zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften unterstützt

Oft heißt es, wenn es um die Rolle von Lesben und Schwulen in der römisch-katholischen Kirche gehe, sei der jetzige Papst Franziskus progressiver als sein Vorgänger Benedikt. Dem widerspricht Franziskus jetzt.

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Eine kleine Sensation enthüllt Papst Franziskus in seinem neuesten Buch „El Sucesor“ (der Nachfolger), das am Mittwoch in Spanien erschienen ist. So hat der 87-Jährige klar gemacht, dass sich auch sein Vorgänger Benedikt XVI. für Lebenspartnerschaften für gleichgeschlechtliche Paare ausgesprochen hatte.

Kardinäle wollten Franziskus praktisch den Prozess machen

So erinnert sich Franziskus, dass sich Benedikt sich bei einer nicht näher benannten Gruppe von Kardinälen für ihn eingesetzt hatte. Die Kardinäle hätten sich bei Benedikt über Franziskus‘ „Irrlehren“ in Bezug auf Lebenspartnerschaften beschwert.

„Eines Tages sind sie zu ihm nach Hause gekommen, um mir praktisch den Prozess zu machen, und sie beschuldigten mich vor ihm, die homosexuelle Ehe zu fördern“, erinnert sich Franziskus. Benedikt XVI. habe zugehört, „ihnen geholfen, die Dinge zu unterscheiden“ und ihnen gesagt, dass das, was Franziskus gesagt habe, „keine Ketzerei“ sei, so der Papst.

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Nein zur kirchlichen Ehe, ja zu rechtlicher Absicherung

Bereits im Februar hatte der Papst erzählt, dass Benedikt einmal eine Beschwerde über seine Äußerungen zu Eingetragenen Partnerschaften zurückgewiesen habe. Damals verriet Franziskus aber keine Details.

Franziskus hatte in der Vergangenheit die ablehnende Haltung der römisch-katholischen Kirche zur Öffnung der Ehe für gleichgeschlechtliche Paare immer wieder bekräftigt. Gleichzeitig hatte er betont, dass auch schwule und lesbische Paare ein Recht auf Schutz durch das Gesetz hatten.

Papst bestätigt Konflikt mit Benedikts Sekretär Gänswein

Die Öffnung der Kirche bei LGBTI-Themen gehört zu den Markenzeichen seines bis jetzt elf Jahre dauernden Pontifikats. So hat er im Dezember erlaubt, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen. Das führte unter konservativen Katholiken zu Empörung.

Das Buch „El Sucesor“ basiert auf Interviews mit dem Journalisten Javier Martinez-Brocal und ist derzeit nur in Spanien erhältlich. In dem Buch bestreitet Franziskus, dass es bis zum Tod Benedikts im Jahr 2022 persönliche Konflikte mit seinem Vorgänger gab. Er bestätigte aber seine Probleme mit Benedikts Sekretär, Erzbischof Georg Gänswein.