Sonntag, 26. Mai 2024
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„Schwul sein ist eine Krankheit“: 8.000 Euro Disziplinarstrafe für oö. Chefinspektor

Weil er Homosexualität für eine Krankheit hält, wurde ein Chefinspektor in Oberösterreich nun zu einer Geldstrafe in der Höhe von 8.000 Euro verurteilt.

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Ein Chefinspektor aus Oberösterreich hat sich letztes Jahr ordentlich im Ton vergriffen: Wie die Tageszeitung Heute  berichtet, ereignete sich am 17. Mai letzten Jahres im Rahmen einer Weiterbildung ein erschreckender Vorfall. 

Der Chefinspektor fiel durch schwulen- und frauenfeindliche Kommentare auf

Das Szenario war die Körperverletzung eines homosexuellen Paares. Bei der Nachbesprechung soll der Polizist dann zu den Kursteilnehmern Sätze wie „Von Schwuchteln geht keine Gefahr aus“ und weiter „Schwul sein ist ja nur eine Krankheit, wobei man das ja heutzutage nicht mehr sagen darf“ gesagt haben.

Drei Monate später soll er bei der Weiterbildung erzählt haben, dass „auf einer Dienststelle mit Absicht Kaffee am Tisch verschüttet wurde, nur um einer Kollegin beim Putzen zuzusehen“ – und soll vorgezeigt haben, wie sich die Kollegin weit über den Tisch gebeugt haben soll.

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Vor der Disziplinarbehörde bekannte sich der Polizist nicht schuldig

Vor der Bundesdisziplinarbehörde bekannte sich der Chefinspektor nicht schuldig. Trotzdem wurde er wegen mehrfacher Dienstpflichtverletzungen schuldig gesprochen und zu einer Geldstrafe in der Höhe von 8.000 Euro verurteilt. 

Außerdem muss er die Verfahrenskosten in der Höhe von 500 Euro tragen. Die Strafe darf der Mann in acht Monatsraten abbezahlen. Wegen anderer als frauenfeindlich empfundener Äußerungen wurde der Polizist hingegen freigesprochen. Ob es weitere dienstrechtliche Konsequenzen gibt, ist nicht bekannt.

Es waren nicht die ersten Ermahnungen für den Polizisten. Bereits 2021 erhielt er laut Heute drei Ermahnungen, am 30. Jänner des letzten Jahres bekam er eine schriftliche Weisung seines Vorgesetzten bei der Sicherheitsakademie, „dass solche Aussagen wie im vorgebrachten Sachverhalt absolut unangebracht sind, nicht geduldet werden und absolut und strikt zu unterlassen sind“.