Dienstag, 18. Juni 2024
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„Universum History“ zeigt die Geschichte des letzten Rosa Winkels

Zum IDAHOBIT präsentiert der ORF den zweiten Teil seiner Serie „Meilensteine queerer Geschichte“: Universum History zeichnet die Geschichte von Josef Kohout nach, der wegen seiner Homosexualität fünf Jahre in Konzentrationslagern der Nazis verbringen musste - und als einziger Häftling mit dem Rosa Winkel seine Geschichte erzählt hat.

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Wie Tausende andere homosexuelle Männer wird auch der Wiener Josef Kohout im Winter 1940 von der Gestapo-Haft ins Konzentrationslager verlegt. Insgesamt fünf Jahre verbringt er in Sachsenhausen und Flossenburg, muss als schwuler Mann den berüchtigten Rosa Winkel tragen.

Auch nach dem Krieg bleibt er ein Krimineller – weil er schwul ist

Nach dem Ende der Nazi-Herrschaft wird ihm jede Entschädigung verweigert – denn schwule Männer gelten auch in Österreich noch Immer als Kriminelle. Trotz des Stigmas wagt er etwas, das außer ihm keiner macht: Er erzählt seine Geschichte, unter strenger Geheimhaltung, dem Autor Hanns Neumann.

Basierend auf diesen Erinnerungen veröffentlicht Neumann 1972 unter einem Pseudonym das Buch „Die Männer mit dem Rosa Winkel“. Es gilt heute als Schlüsselwerk der queeren Geschichte. Durch Kohuts Mut, nicht zu schweigen, wird der Rosa Winkel vom Stigma zum Zeichen der frühen Schwulenbewegung.

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Nun erzählt der ORF diese mutige Geschichte

Nun erzählt der ORF die Geschichte von Josef Kohout: Im Rahmen der Reihe „Meilensteine queerer Geschichte“ von Regisseur Fritz Kalteis ist „Verfolgte Liebe – Die Männer mit dem rosa Winkel“ am Dienstag, dem 21. Mai, um 21.05 Uhr als Universum History Dokumentation zu sehen.

„Kohouts Schicksal steht stellvertretend für jenes Zehntausender Männer und Frauen, die wie Josef Kohout von den Nazis nur deshalb verfolgt wurden, weil sie anders liebten, als es die Bevölkerungspolitik der Nationalsozialisten vorsah“, erklärt Regisseur Fritz Kalteis.

Überraschungsauftritt von Almdudler-Chef Thomas Klein

Die Filmsequenzen wurden hochkarätig besetzt: Kohout wird von Jungstar Stefan Gorski, der jüngst mit dem Bayerischen Filmpreis ausgezeichnet wurde, gespielt. „Josef Kohouts Geschichte berührt das Herz und lässt einen nur den Kopf schütteln über die Absurdität der Kriminalisierung von Homosexualität. Ich hoffe, dass dieser Film dazu beiträgt, das Bewusstsein für die historischen Ungerechtigkeiten zu schärfen und einen Dialog über die Bedeutung von Gleichberechtigung und Respekt zu fördern“, sagt er über seine Rolle.

Kammerschauspieler Michael Dangl spielt den Autor Hanns Neumann und Markus Freistätter den sadistischen Lagerleiter Karl Fritzsch. Almdudler-Chef Thomas Klein, seit Jahren einer der aktivsten Unterstützer der LGBTI-Bewegung, hat als Kohouts Lebensgefährte Willi Kröpfl einen Überraschungsauftritt.

Programmtipp

Universum History: Verfolgte Liebe – Die Männer mit dem Rosa Winkel
Dienstag, 21. Mai, 21.05, ORF 2, und danach auf ORF ON