Dienstag, 18. Juni 2024
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Ex-Spieler von Red Bull Salzburg boykottiert Aktion gegen Homophobie

Anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT) spielten die französischen Fußball-Profis am Wochenende mit einem Regenbogen-Aufnäher. Mit zwei Ausnahmen. Nun fordert auch die Politik Konsequenzen.

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Wenn es um den Kampf gegen Homophobie im Fußball geht, ist Frankreich seit Jahren führend. So haben die Trikots seit einigen Jahren in jener Runde, in der auch der Internationale Tages gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT) stattfindet, ein Regenbogensymbol.

Auch die dezente Version der Solidaritätsbekundung war für zwei Spieler zuviel

In den vergangenen Jahren waren dies regenbogenfarbene Zifffern auf den Trikots der Spieler, dieses Jahr ist die Kampagne bereits deutlich dezenter: Auf den Trikots gab es Aufnäher für die Brust, die das Kampagnenlogo und das Wort „Homophobie“ mit einem roten Kreuz durchgestrichen zeigten. Zusätzlich war das Logo der Liga in Regenbogenfarben.

Doch nicht alle Spieler unterstützen diesen Einsatz: Im Vorjahr boykottierten Mostafa Mohamed von Nantes, die Senegalesen Idrissa Gueye und Abdou Diallo von PSG sowie der Marokkaner Zakaria Aboukhlal, Moussa Diarra aus Mali und der Bosnier Said Hamulić von Toulouse die Aktion zum IDAHOBIT.

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Ex-Salzburg-Spieler Camara überklebte die Regenbogen-Logos

Und auch dieses Jahr gab es Ausreisser: Beim Spiel Monaco gegen Nantes boykottierten zwei Spieler die Aktion. Bei Nantes blieb – wie schon im letzten Jahr – der ägyptische Stürmer Mostafa Mohamed im Hotel. Der Verein hat angekündigt, seinen Top-Scorer – wie auch schon in der vergangenen Saison – deshalb finanziell zu sanktionieren.

Bei den Monegassen überklebte der ehemalige Red-Bull-Salzburg-Spieler Mohamed Camara aus Mali das Regenbogen-Logo auf der Brust und dem Ärmel mit Klebeband. Außerdem verweigerte Camara das offizielle Matchfoto vor dem Kampagnenlogo, um nicht mit der Aktion gegen Homophobie in Verbindung gebracht zu werden. Er dehnte sich stattdessen lieber auf dem Spielfeld.

Die Sportministerin fordert Konsequenzen von der Liga

Für zusätzliche Empörung sorgte dann auch noch der ehemalige französische Fußballspieler Jimmy Briand, der als Kommentator bei Prime Video Sport France sagte, man solle dem 24-Jährigen „Respekt“ zollen, weil er zu seinen Überzeugungen stehe.

Die zuständige Sportministerin Amelie Oudea-Castera ist empört. „Ich glaube, das ist ein inakzeptables Verhalten. Ich habe das auch gestern der französischen Fußball-Liga gesagt. Ich glaube, so ein Verhalten sollte mit den strengsten Sanktion bestraft werden, für beide – den Spieler und den Verein, der das erlaubt.

Monaco-Trainer Adi Hütter äußert sich diplomatisch

Für Monaco äußerte sich Trainer Adi Hütter, der unter anderem Salzburg, Frankfurt und Mönchengladbach trainiert hat. „Als Verein stehen wir zu der Kampagne“, sagte der gebürtige Vorarlberger, „Camara hat aus eigenem Antrieb gehandelt, aber wir werden das intern gemeinsam besprechen.“

Jeff Puech, Mitbegründer der Stiftung für inklusiven Sport, die hinter der Aktion steht, sieht das Ganze trotzdem positiv. „99.9% der Spieler haben sich der Initiative angeschlossen, die während der gesamten Saison läuft, um zu erklären, dass es sich nicht um eine Aufforderung zur Homosexualität handelt, sondern um ein Ende der Homophobie. Bisher hat sich nur die Fußballliga verpflichtet, im Gegensatz zu Rugby und Handball“.