Anti-Malaria-Gen erhöht HIV-Infektionsrisiko

Ein Gen, das nur bei aus Afrika stammenden Menschen vorkommt, lässt laut einer aktuellen Untersuchung eines internationalen Forscherteams das Risiko einer HIV-Infektion um 40 Prozent steigen.

Gleichzeitig seien die Menschen mit diesem speziellen Gen aber widerstandsfähiger und hätten nach einer Infektion eine durchschnittlich zwei Jahre längere Lebenserwartung als andere HIV-Infizierte.

Das Gen ist in Afrika weit verbreitet: Laut der Studie sind rund 90 Prozent der Afrikaner Träger des DARC-Gens (Duffy Antigenrezeptor für Chemokine), das die Menschen im Gegenzug weniger anfällig für Malaria macht.

Bisher seien Wissenschaftler davon ausgegangen, dass die Ausbreitung von HIV vor allem mit den Eigenschaften des Virus zusammenhänge, sagte der Forscher Sunil Ahuja, einer der Autoren der Studie. In den vergangenen Jahren sei aber deutlich geworden, dass es auch einen wichtigen genetischen Faktor gebe.

Die Wissenschaftler hatten während 22 Jahren 3.500 Angehörige der US-Luftwaffe untersucht, darunter 1.200 HIV-Infizierte. Da die Genvariante von DARC in Afrika so stark verbreitet ist, dass es kaum Vergleichsmöglichkeiten gibt, haben die Forscher Afroamerikaner studiert.