Christoph Daum: Versöhnung mit schwulen Fans

Der Trainer des 1. FC Köln, Christoph Daum, hat sich wieder mit den schwulen Fußballfans versöhnt: Bei einem Treffen mit dem schwul-lesbischen Fanclub „Andersrum rut-wiess“ bedauerte er seine Äußerungen, in denen er Homosexualität mit Pädophilie in Zusammenhang gebracht hatte. In einem 90-minütigen Gespräch stellte er klar, dass er sie so nicht hätte abgeben sollen, da sie überhaupt nicht seiner Lebenseinstellung entsprächen.

Daum erklärte, die Äußerungen seien am Ende eines langen Interviews entstanden, bei dem es eigentlich um etwas anderes ging. Er sei darauf nicht vorbereitet gewesen, er habe nicht weiter nachgedacht. Fanclub-Mitglied Patrik Maas im Gespräch mit tagesspiegel.de: „Christoph Daum ist ein impulsiver Mensch. Er redet schneller, als er denkt. Und dafür liebt ihn Deutschland ja.“

„Offener und authentischer kann man das nicht erzählen“, meint Maas. Die schwulen Fans zeigten sich beeindruckt von der Offenheit Daums: „Er hat uns engagiert seine Einstellung deutlich gemacht, und die ist alles andere als homophob.“

So hat Daum dem Fanclub angeboten, ihn bei Aktionen gegen die Diskriminierung von Lesben und Schwulen zu unterstützen. Er habe den Fan-Vertretern glaubhaft versichert, dass er keine Berührungsängste hätte und einen Spieler seiner Mannschaft unterstützen würde, wenn er sich outen will. „Da bin ich Christoph Daum dankbar“, so Maas, „der ganz klar sagt: Wenn sich bei mir einer outet, dann stehe ich hinter ihm.“