Schwule Bürgerrechtler loben Haider

Viel geschrieben wurde in den letzten Tagen über die letzten Stunden des Kärntner Landeshauptmannes Jörg Haider. Viele Kommentare stoßen sich dabei daran, dass Haider vor seinem Unfall in einer Klagenfurter Schwulenbar gewesen sein soll und werfen ihm damit Doppelmoral vor. Dabei hat Haider nie gegen Lesben und Schwule gehandelt, wie das Rechtskomitee Lambda (RKL) in der aktuellen Ausgabe seiner Zeitschrift „Ius Amandi“ belegt.

Das RKL betont auch, es war Haiders „offene Haltung, die die ÖVP in den 90er Jahren bspw. in der Frage der anti-homosexuellen Sonderstrafgesetze ganz gewaltig in die Enge trieb. 1996 schaffte seine FPÖ zusammen mit SPÖ, Grünen und LIF (gegen den Widerstand der ÖVP) das Vereinsverbot ab. Und bei der Abstimmung über das Werbeverbot ermöglichte damals die (zufällige?) Abwesenheit zweier FPÖ-Abgeordneter ebenfalls die Aufhebung.“ Die Abwesenheit mehrerer FPÖ-Abgeordneter habe auch im Sommer 1998 das Ende des §209 StGB eingeleitet, der für schwule Männer eine höhere Altersgrenze vorsah als für Heteros und Lesben.

Das RKL erinnert auch daran, dass Haider Gerüchte über seine eigene Homo- oder Bisexualität „stets mit Gleichmut begegnet“ ist. „Nie hat er sie (wie so manch andere) empört zurückgewiesen. Diese menschliche Größe haben wir ihm – bei aller Gegensätzlichkeit in anderen (menschenrechtlichen) Fragen – stets hoch angerechnet“, erinnert sich das RKL an Haider.