USA: Bald vier lesbischwule Abgeordnete im Repräsentantenhaus

Wenn die Demokraten Barack Obama als nächsten Präsident der USA bejubeln, dann könnten sich auch bis zu vier offen homosexuelle Kongressabgeordnete mit dem ersten schwarzen Kandidaten der USA freuen.

So stellt sich in Massachusetts im Wahlkreis 4 Barney Frank der Wiederwahl. Frank ist seit 1981 ununterbrochen im amerikanischen Kongress. Als Vorsitzender des Finanzausschusses war er in den letzten Wochen durch die Wirtschaftskrise täglich in den Nachrichten. Seit 1987 ist er offen schwul.

Ebenfalls ihren Sitz verteidigen will Tammy Baldwin aus Wisconsin. Sie kandidiert dort im Wahlkreis 2. 1998 wurde als erste offen lesbische Abgeordnete ins Parlament gewählt und konnte ihren Sitz seitdem vier Mal verteidigen.

Der dritte gleichgeschlechtlich liebende Kandidat für einen Sitz im Repräsentantenhaus ist Jared Polis. Der 33-Jährige hat mit Internetfirmen ein Vermögen umgerechnet mehr als 100 Millionen Euro gemacht und kandidiert in Colorado für den Wahlkreis 2. Dort tritt der Amtsinhaber nicht mehr an, innerparteilich konnte sich Polis gegen die Gewerkschafterin Joan Fitz-Gerald knapp durchsetzen. Der Wahlkreis von Polis gilt als traditionell demokratisch.

Klein, aber dennoch vorhanden sind hingegen die Chancen für Linda Ketner, als vierte homosexuelle Abgeordnete ins Repräsentantenhaus zu kommen. Sie kandidiert ebenfalls für die Demokraten in South Carolina, und tritt dort im Wahlkreis 1 gegen den republikanischen Amtsinhaber Henry Brown an. Sie könnte im Windschatten von Barack Obama das Rennen gegen Brown gewinnen.

Insgesamt unterstützt der Gay & Lesbian Victory Fund, die größte lesbischwule Lobbying-Gruppe in den USA, bei dieser Wahl hundert offen schwule, lesbische, bisexuelle oder Transgender-Kandidaten auf ihrem Weg in nationale und regionale Parlamente oder in demokratisch gewählte Ämter wie Sheriff oder Staatsanwalt. Seit seiner Gründung im Jahr 1991 ist die Zahl der offen schwul, lesbisch, bisexuell oder transgender lebenden Parlamentarier und Amtsträger von unter 50 auf mehr als 420 gestiegen.