Mittwoch, 21. Februar 2024
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Verstößt Bareback-Sex gegen Arbeitsschutz-Bestimmungen?

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Mit einem cleveren Trick kämpft die Aids Healthcare Foundation aus Los Angeles gegen Bareback-Pornos. Sie hat gegen 16 Pornolabels im Bezirk Los Angeles Beschwerde bei der California Division of Occupational Safety and Health, der für Berufskrankheiten zuständigen Behörde, eingereicht – weil die kondomfreien Filme die Gesundheit am Arbeitsplatz gefährden.

Die Aktivisten analysierten dabei 58 hetero- und homosexuelle Pornofilme. In nur zwei von ihnen gab es Szenen, in denen ein Kondom benutzt wurde. Und das wurde vielen Darstellern zum Verhängnis: In den letzten fünf Jahren haben sich in Los Angeles 22 Darstellerinnen und Darsteller mit dem HI-Virus infiziert. Außerdem gab es in diesem Zeitraum über 2.000 Fälle von Chlamydien und rund 1.000 Fälle von Tripper unter Pornodarstellern.

Die Wahrscheinlichkeit, eine sexuell übertragbare Krankheit zu bekommen, ist bei Pornodarstellern einer US-Studie zufolge zehnmal höher als beim Durchschnitt der Bevölkerung – und das betrifft auch ihre privaten Partner.

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Das ist die erschreckende Bilanz der derzeitigen Rechtslage in den USA: Dort müssen sich Pornodarsteller nur auf HIV und andere sexuell übertragbare Krankheiten testen lassen, das Testergebnis darf bei Drehbeginn nicht älter als 30 Tage sein.

„Wir werden so lange weiterkämpfen, bis es Vorschrift wird, in Pornos Kondome zu verwenden“, sagte der Vorsitzende der Healthcare Foundation, Michael Weinstein. Seine Mitarbeiterin Whitney Engeran-Cordova ärgert sich über die derzeitige Praxis: „Indem der Bezirk Los Angeles Kondome empfiehlt, aber nicht vorschreibt, gibt er seine Verantwortung für die öffentliche Gesundheit ab“. Dabei bekommt sie Unterstützung von der Gesundheitsbehörde des Bezirks Los Angeles. Deren Chef Jonathan Fielding gibt zu: „Ich kenne keinen anderen Berufszweig, in dem Angestellte so unnötig lebensbedrohlichen Krankheiten ausgesetzt werden. Die Menschen brauchen eine Arbeitsausrüstung. Immerhin würden wir Feuerwehrmänner nicht im T-Shirt in ein brennendes Haus schicken, sondern mit Schutzbekleidung.“

Die Porno-Branche das naturgemäß anders: Hustler-Herausgeber Larry Flint sagte gegenüber AP, dass die Konsumenten kein Interesse an Filmen mit Kondomen hätten. Besonders zynisch: Flint behauptet, die geringen Verkaufszahlen bei Hetero-Pornos mit Kondom würden den Aufwand für die Darsteller nicht rechtfertigen.