TIMM: Frische Investoren für besseres Programm

Mit frischem Geld, mehr Eigenformaten, Fernsehklassikern und etlichen deutschen Erstausstrahlungen will der Schwulensender TIMM punkten. Damit beschert der Berliner Sender den Zusehern unter anderem ein Wiedersehen mit dem Denver-Clan.

Mit den neuen Programmhighlights will TIMM sein Angebot im nächsten Jahr verbreitern. Unter den Erstausstrahlungen ist nicht nur „schwules Material, sondern Material mit einer Relevanz für die Zielgruppe“, sagte Gründer und Geschäftsführer Frank Lukas bei der Jahres-Pressekonferenz von TIMM in Hamburg. Die Zielgruppe besteht für den Sender aus 2,3 Millionen offen schwul lebender Männer sowie aus 1,7 Millionen Männer, die ins „schwule Milieu“ tendieren.

Trotzdem versucht TIMM offenbar auch, im nächsten Jahr auch verstärkt heterosexuelle Zuseher zu gewinnen. So zeigt der Sender die Reality-Show „Last Man Standing“, in der sechs Sportler durch die Welt reisen, um sich mit Ureinwohnern in deren traditionellen Wettkämpfen zu messen, oder auch die britische Dramaserie „Bad Girls“ um ein Frauengefängnis.

Daneben gibt es etliche Comedysendungen sowie „schwule Independent- und Arthouse-Filme“, unter anderem von Rainer Werner Fassbinder und Rosa von Praunheim, aber auch Spielfilmklassiker wie „Der Zauberberg“ und „Howards End“. Und auch für Freunde des klassischen Fernsehens ist ein Highlight eingeplant: So wird TIMM alle Folgen von „Dynasty – der Denver-Clan“ zeigen, einer der ersten US-Fernsehserien mit einem Schwulen-Outing.

Außerdem teilte der Sender mit, dass sich die NRW.Bank sowie der Mediendienstleister cine plus über eine Kapitalerhöhung an TIMM beteiligen. Die NRW.Bank ist eine Förderbank des Landes Nordrhein-Westfalen. Bei cine plus handelt es sich um eine Fernsehproduktionsfirma aus Berlin, die Standorte in sechs weiteren deutschen Städten unterhält. Außerdem sind an Timm die IBB Beteiligungsgesellschaft mbH, die south&browse GmbH, die VGM Verlagsgesellschaft Madsack GmbH & Co KG und Firmengründer Frank Lukas beteiligt.

„Mit dem Kreativwirtschaftsfonds der NRW.Bank erhalten wir neue Möglichkeiten, neben dem Hauptsitz in Berlin unsere Präsenz in Nordrhein-Westfalen zu verstärken und noch näher an unsere Zielgruppe zu rücken“, freut sich Lukas. Man werde zukünftig mehr in Köln produzieren und auch mit Unternehmen in der Region kooperieren.

Zuletzt kam der Sender in die Schlagzeilen, als er aus Kostengründen 25 Mitarbeiter und Eigenproduktionen einsparen musste. Nun kommt mit den beiden Investoren neues Geld in die Kassen. „Es ist tatsächlich Cash geflossen“, so Lukas. Damit sei auch ein eigenes Produktionsstudio wieder näher gerückt. „Mitte 2010 werden wir vielleicht damit rechnen können“, ist sich Lukas sicher.

TIMM war am 1. November 2008 mit sechs Stunden Programm täglich gestartet, seit 1. Februar 2009 sendet er rund um die Uhr. In Österreich ist TIMM nur über Digitalsatellit empfangbar. Neben britischen und amerikanischen Fernsehserien, die teilweise in Originalton ausgestrahlt werden, zeigt TIMM auch selbst produzierte Dating- und Talkshows sowie Magazinsendungen. Mit den „Village Boys“ produzierte der Berliner Sender auch eine schwule Version von „Starmania“.

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