19.000 Unterschriften für Homo-Adoption in der Schweiz

In der Schweiz kämpfen Schwule und Lesben um das Recht, Kinder adoptieren zu dürfen. Die Chancen dafür stehen so gut wie nie.

Mehr als 19.000 Unterschriften hat eine Petition der Gruppe „Familienchancen“ bekommen, die den Artikel 28 des Schweizer Partnerschaftsgesetzes streichen will. Diese Petition wurde nun bei der Bundeskanzlei eingereicht. Artikel 28 verbietet Personen, die in einer Eingetragenen Partnerschaft leben, Adoption und künstliche Befruchtung. Das Verbot betrifft auch Stiefkind-Adoptionen – also die Adoption eines Kindes des leiblichen Elternteils durch seinen Partner.

Das sei eine massive Diskriminierung und gehe vor allem zu Lasten der Kinder, so der Verein. Dadurch gebe es die „absurde Lage“, dass homo- und bisexuelle Menschen zwar Kinder adoptieren könnten, solange sie ledig seien, aber nicht mehr, wenn sie eine Eingetragene Partnerschaft eingehen.

In der Petition werden Bundesrat und Parlament nun aufgefordert, das Gesetz zu ändern. Dabei berufen sich die Initiatoren auf den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte: Auch dieser habe festgestellt, dass Homosexualität kein Grund zur Verweigerung einer Adoption sein dürfe.

Dass durch eine Gesetzesänderung Schweizer Lesben und Schwule massenhaft Kinder adoptieren würden, wie es Kritiker befürchten, glaubt Moel Volken, ehemaliger Geschäftsführer der Schwulen- und Lesben-Dachorganisation Pink Cross, nicht. Er geht von etwa zehn Fällen pro Jahr aus, sagte er der „NZZ am Sonntag“.