Dienstag, 28. Mai 2024
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Mehr Gewalt gegen Lesben und Schwule in Berlin

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In Berlin werden dem schwulen Überfalltelefon „Maneo“ wieder mehr Überfälle auf Lesben und Schwule gemeldet. Das berichtet die „Berliner Morgenpost“.

Die jüngsten Übergriffe gab es ausgerechnet auf dem schwul- lesbischen Stadtfest in Schöneberg am Wochenende: Dort wurde ein Schwuler verprügelt, ein anderer ausgeraubt. „Das ist sehr ärgerlich“, schüttelt Maneo-Projektleiter Bastian Finke den Kopf.

Diese Überfälle liegen in einem traurigen Trend: Wurden Maneo im Jahr 2008 nur 186 Überfälle gemeldet, waren es letztes Jahr 225 Fälle.

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„Wir dürfen nicht mehr wegschauen“, fordert Finke, der seit 20 Jahren bei Maneo arbeitet. Deshalb will sein Team diesen Samstag beim CSD in der deutschen Hauptstadt Opfern Mut machen, sich bei der Polizei zu melden. Dass die Schwulenfeindlichkeit in Berlin größer sei als in anderen Städten glaubt Finke nicht – die Meldeverhalten könnten nicht verglichen werden, meint Finke.

Ebenfalls vorsichtig ist der Soziologe mit dem weit verbreiteten Vorurteil, dass viele Täter Jugendliche arabischer oder türkischer Herkunft seien: „Die Beleidigungen und die Form der Übergriffe sind überall gleich“, so Finke – egal, ob die Angreifer Südländer in multiethnischen Gegenden Berlins oder Deutsche in Plattenbau-Bezirken seien.

Meistens betreffen die Überfälle schwule Männer. Lesben seien laut Finke besonders gefährdet, „wenn sie männlich aussehen und so für Schwule gehalten werden“, erklärt er der „Morgenpost“.

Auch die Suche nach schnellem Sex kann gefährlich werden: Manche Männer werden beim Cruisen oder Treffen einer Internet-Bekanntschaft zum Opfer von Raubüberfällen. Diese Taten sollten in der Statistik als schwulenfeindlich gezählt werden, fordert Finke.