Hamburg kämpft gegen Homophobie an Schulen

Homophobie ist an Schulen Teil des Alltags – doch Hamburg kämpft jetzt aktiv gegen Beschimpfungen wie „Schwuchtel“ am Schulhof. So stellt die zuständige Behörde für Schule und Berufsbildung im August 2010 eine Materialien- und Methodenbox zum Thema Homosexualität für den Unterricht vor. Außerdem bietet sie Fortbildungen für Lehrer zu dem Thema an.

Das Paket ist ein erster Teil eines Maßnahmenpakets zur Stärkung und Akzeptanz von homosexuellen Schülern und Lehrern. Ein Experte am Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung wird nicht nur die Lehrer entsprechend schulen, sondern auch die einzelnen Aktivitäten an den Hamburger Schulen koordinieren und an den Schulen selbst arbeiten.

Dass ein offener und ehrlicher Umgang mit Homosexualität an Schulen notwendig ist, zeigt eine aktuelle Studie des Meinungsforschungsunstituts „iconkids & Youth“ unter 11- bis 17-Jährigen: Für 40 Prozent der männlichen Jugendlichen war gleichgeschlechtliche Liebe „befremdlich“. Auch 20 Prozent der Mädchen sind dieser Ansicht. Ähnlich auch die Erkenntnisse des Kieler Sozialpsychologen Bernd Simon. Er hat 900 Gymnasiasten und Gesamtschüler befragt. Sein Ergebnis: Für fast die Hälfte der 14- bis 20-Jährigen ist es abstoßend, wenn sich Männer in der Öffentlichkeit küssen.

Dabei sind schätzungsweise fünf bis zehn Prozent der Bevölkerung schwul oder lesbisch – auch an Schulen. Die ständige Angst, abgelehnt oder entdeckt zu werden, kann zu sozialem Rückzug, Depressionen, Drogenkonsum oder Selbstmordversuchen führen.