HIV-positiver Arzt muss in Schweden ins Gefängnis

In Schweden wurde ein HIV-positiver Arzt von einem Stockholmer Gericht verurteilt, weil er trotz seiner Infektion mit zwei Männern ungeschützten Sex hatte. Das berichtet die englischsprachige schwedische Tageszeitung „The Local“.

Wegen Gemeingefährdung muss der Mann nun zehn Monate ins Gefängnis. Einem der Opfer muss er umgerechnet 3.500 Euro Schadenersatz zahlen. Dieser Mann hat sich beim Sex nicht mit dem HI-Virus angesteckt. Ein zweiter Sexpartner ist zwar HIV-positiv, das Gericht sah es aber nicht als erwiesen an, dass er sich bei dem Arzt angesteckt hatte. Elisabeth Massi Fritz, die Anwältin der Opfer, ist deshalb enttäuscht: „Es gibt sonst niemanden, der meinen Klienten angesteckt haben könnte. Aber wir müssen das durch weitere Ermittlungen nachweisen“.

Das Gericht hat es als besonders erschwerend angesehen, dass der Angeklagte als Arzt tätig war: Von Berufs wegen sollte er die Verhaltensregeln des Schwedischen Instituts für die Kontrolle ansteckender Krankheiten besonders gut kennen. Unter diesen Umständen das Leben seiner Sexualpartner zu gefährden, sei besonders ernst, so die Richter.