Geistlichen mit Sex erpresst – Slowene vor Gericht

In Graz ist gestern ein 23-jähriger Slowene vor Gericht gestanden, weil er einen Ordensmann erpresst haben soll. Die beiden hatten über Jahre Sex, der Slowene drohte damit, das Verhältnis zu melden.

Bereits seit 2005 schliefen der Geistliche und der junge Slowene miteinander. Der Mann erschlich sich zunächst das Vertrauen des Ordensmannes, indem er um Geld für seine kranke Frau bat. Schließlich bot er ihm auch sexuelle Dienste an, die der Geistliche auch wiederholt annahm. Ein Jahr später begann der junge Mann aber laut Anklage, den Ordensmann mit diesem sexuellen Verhältnis zu erpressen: Er werde die Leitung des Ordens informieren, wenn er nicht weiter Geld bekäme. Aus Angst, vom Orden ausgeschlossen zu werden, hat der Ordensbruder offenbar jahrelang bezahlt. Doch heuer im Mai erstattete der Mann Anzeige.

Der Angeklagte sieht das anders: Er gibt zwar den Sex zu und bestätigt auch, dass er sich fünftausend Euro als Darlehen geborgt hatte. In allen weiteren Punkten werde sich sein Mandant allerdings nicht schuldig bekennen, so der Verteidiger. Denn der junge Slowene hätte einen weiteren Betrag für sexuelle Dienste und Chaffeurtätigkeiten freiwillig von dem Geistlichen bekommen. Das Darlehen wollte sein Mandant immer zurückzahlen, so der Anwalt weiter. Als Bekräftigung übergab er dem Rechtsvertreter des Geistlichen einen Teilbetrag von 2.000 Euro.

Die Verhandlung musste anschließend vertagt werden, weil dem Richter die Aussage des Ordensmannes auf Video nicht ausreichte. Der Ordensbruder leidet an einem Burn-Out-Syndrom und befindet sich derzeit in Deutschland zur Behandlung.