Schwuler Flugbegleiter durch Ausraster zum Held

Ein schwuler Flugbegleiter wird zum Held: Offenbar hat der Wutausbruch von Steven Slater den Amerikanern aus der Seele gesprochen. Auf Twitter ist sein Name einer der meist verwendeten Schlagwörter, und Facebook-Solidaritätsgruppen wachsen Stunde um Stunde.

Slater war am Montag im JetBlue-Flug 1052 von Pittsburgh nach New York JFK eingesetzt. Als das Flugzeug nach der Landung zum Gate fuhr, stand ein Passagier auf, um sein Handgepäck aus der Ablage über den Sitzen zu holen. Der Flugbegleiter forderte ihn auf, sich wieder zu setzen, wurde aber von dem Passagier ignoriert. Schließlich traf der Passagier Slater mit einem Stück seines Handgepäcks, entschuldigte sich aber nicht dafür, sondern beschimpfte den Steward noch.

Das war für Steven Slater zuviel: Der 39-Jährige, der seit über 20 Jahren als Flugbegleiter tätig ist, beschimpfte den renitenten Passagier und alle anderen Fluggäste über das Bordsystem, aktivierte die Notrutsche, schnappte sich zwei Dosen Bier vom Trolley und rutschte aus dem Flieger. Dann ging er zum Personalparkplatz und fuhr nach Hause zu seinem Partner.

Wenig später wurde er zu Hause verhaftet. Er wurde einem Richter vorgeführt, und wegen Sachbeschädigung, grob fahrlässiger Gefährdung und Landfriedensbruchs angeklagt. Damit drohen ihm bis zu sieben Jahre Haft, zur Zeit ist er auf Kaution frei. Sein Anwalt sowie sein Arbeitgeber betonen, dass sich während der Aktion nie jemand in Gefahr befunden haben.

Im Internet wurde Slater in Rekordzeit zum Held: Leser der Online-Ausgabe der „New York Times“ bewundern seinen Mut und hoffen, JetBlue würde ihn nicht entlassen, sondern befördern.

Bei Twitter ist sein Name einer der fünf am häufigsten genannten Begriffe. Besonders beliebt sind dabei T-Shirt-Texte, zum Beispiel: „Vorderseite: Ich sitze zwar im Knast… Rückseite: aber immerhin habe ich zwei Gratis-Bier abgestaubt“

Auf Facebook wurden Gruppen wie „Free Steven Slater“ (Mehr als 33.000 Fans) gegründet. Seine Fanpage hat mittlerweile 178.000 Fans. Eine der Gruppen – der „Steven Slater Legal Defense Fund“ – sammelt sogar Spenden für die Verteidigung von Steven Slater vor Gericht. Bis Mittwoch habe man schon 1.500 Dollar gesammelt, ist der Gründer der Gruppe stolz.

Und auch erste Erinnerungsstücke gibt es schon im Internet: Seiten wie „freestevenslater.com“ bieten Videos, Lieder, Comics oder Kaffeetassen für den geneigten Fan an. Late-Night-Komiker Jimmy Fallon sang in seiner Show „The Ballad of Steven Slater“. Der Refrain lautet: „Du musst dir zwei Bier schnappen und springen“.

Und wie ein Steven-Slater-Fan twitterte, ist in seinem Büro der Satz „Wo sind meine Rutsche und der Trolley?“ bereits zum Running Gag geworden.