Transidente HTL-Lehrerin darf unterrichten

Im Fall der transidenten Lehrerin der HTL Spengergasse in Wien gibt es jetzt offenbar ein Einlenken aller Seiten.

So hat Direktor Wolfgang Hickel offenbar schon eine „Krisensitzung“ einberufen, in der das weitere Vorgehen besprochen werden soll. Gegenüber der Tageszeitung „Kurier“ sieht er bei geeigneter Vorbereitung keine Probleme darin, dass Andrea S., die im Juni die Schule als Walter S. verlassen hat, unterrichtet: „In der Spengergasse wird der Weg der Toleranz und des Respekts vor jeder Person gelebt. Studierende aus mehr als 20 Nationen sind ein jahrelanger gelebter Beweis.“

Auch das Unterrichtsministerium unterstützt Schule und Lehrer: „Eltern, Schüler und Lehrer müssen sensibilisiert werden, wir sind dabei, geeignete Maßnahmen auszuarbeiten.“ Die Schule sei auf jeden Fall „ein Ort der Toleranz“, heißt es aus dem Ministerium.

„Dieses Echo ist überwältigend“, freuen sich Andrea S. und ihre Frau Martha im „Kurier“. „Der Medienwirbel ist groß. Aber wenn er dazu beiträgt, dass Transidente und andere Randgruppen thematisiert werden, dann hatte es einen Sinn“, so die HTL-Lehrerin. Denn auch die Leser der Tageszeitung sind auf ihrer Seite: Bei einer Online-Umfrage waren fast 80 Prozent der Befragten der Meinung, Transsexualität dürfe keine Rolle spielen, ob ein guter Pädagoge unterrichten darf oder nicht.

Damit scheint es im Konflikt um Andrea S. einen Verlierer zu geben: Dietmar Doubek, Vorsitzender des Elternvereins der HTL Spengergasse. Er betont im „Kurier“, dass der Elternverein „mit dem Phänomen der Transidentität“ kein Problem habe. „Wir fordern nur, dass da nicht über jene drübergefahren wird, die sich damit im Schulalltag auseinandersetzen müssen, und das sind unsere Kinder“, kümmert er sich um die seelische Gesundheit der 14- bis 19-Jährigen. Und droht gleich über die Zeitung mit dem Rechtsanwalt, wenn Andrea S. wirklich als Frau in die Schule kommt. „Die Schule darf niemals zur Spielwiese für Outings werden!“, so Doubek.

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