Steven Slater muss nicht ins Gefängnis

In den USA ist Steven Slater ein Star: Der offen schwule Flugbegleiter rastete während seinem Dienst beim Diskontflieger Jet Blue aus, nachdem eine Dame, die sich schon an Bord am Kopf verletzt hatte, ihr Handgepäck holen wollte, obwohl sie noch angeschnallt bleiben musste. Als er bei ihr war, traf sie der Koffer erneut am Kopf. Nach einem Wortwechsel rastete Slater aus – ganz auf Drama Queen: Er beschwerte sich über das Lautsprechersystem über die Frau und alle anderen Passagiere, schnappte sich zwei Dosen Bier und verließ den Flieger in New York über die Notrutsche. Jetzt steht fest: Er muss dafür nicht ins Gefängnis.

Wie der Nachrichtensender CNN berichtet, hat er sich im Zuge einer außergerichtlichen Vereinbarung des versuchten kriminellen Unfugs in zwei Fällen schuldig bekannt. Seinem Ex-Arbeitgeber muss er 10.000 Dollar Entschädigung zahlen.

Außerdem muss Slater für ein Jahr in psychologische Behandlung, entsprechende Medikamente nehmen und darf sich nichts zu Schulden kommen lassen. Verletzt er die Bestimmungen, drohen ihm zwischen einem und drei Jahren Haft.

Seine Anwälte erklärten, dass Slater wegen der schweren Krankheit seiner Mutter, des kürzlichen Todes des Vaters und eigener Gesundheitsprobleme während des Vorfalls unter großem Stress gestanden habe. Er selbst dankt seinen Unterstützen: „Das öffentliche Interesse war überraschend, unerwartet, und hat mir Mut gemacht“, sagte er nach dem Gerichtstermin. „Ich bin ein erwachsener Mann und muss die Verantwortung für meine Taten akzeptieren, also schaue ich voraus in meinem Leben und bin dem Gericht dankbar, dass dies durch die Vereinbarung möglich ist.“

Die Popularität von Slater ist nach wie vor ungebrochen: Eines der Halloween-Highlights ist dieses Jahr ein „Steven Slater“-Kostüm: „Es besteht aus einem blauen Steward-Shirt mit einem hellblauem Schlips, dazu eine Binde für die Stirn“, so der Chef eines Kostüm-Shops zum Nachrichtenmagazin „Der Spiegel“.