Freitag, 1. März 2024
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Chance auf Ehe-Öffnung in Finnland sinkt auf 50 Prozent

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Der Sieg der nationalkonservativen „Wahren Finnen“ bei den Parlamentswahlen hat auch die Chance auf die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule in Finnland deutlich verringert. Insgesamt erhielt die rechtspopulistische Partei 19 Prozent der Stimmen und wurden so die drittstärkste Partei Finnlands.

Innerhalb der Partei ist die Abneigung gegen Lesben und Schwule groß: In der letzten Legislaturperiode meinte der Abgeordnete Pentti Oinonen etwa, dass Schwule und Lesben nicht das Recht bekommen sollten zu heiraten, weil dann Tierliebhaber fordern würden, ihren Hund heiraten zu dürfen.

Linda Eklöf, Vorsitzende der finnisch-schwedischen Lesben- und Schwulenorganisation „Regnbågsankans“ schätzt die Chancen, dass ein geschlechtsneutrales Ehegesetz beschlossen wird, trotzdem auf fünfzig Prozent. Ein dementsprechender Gesetzesentwurf der bisherigen Justizministerin Tuija Brax werde von den meisten Parteien unterstützt. Außerdem hätten 81 Prozent der Finnen die „Wahren Finnen“ nicht gewählt, so Eklöf in einem Gespräch mit dem schwedischen Magazin QX.

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Parteichef Timo Soini gilt zwar als erfahrener Politiker, der auch zu Kompromissen fähig ist. Doch ein Großteil seiner Gefolgsleute ist – so wie Oinonen – engstirnig, ausländerfeindlich und oft auch homophob. Ob Soini es schafft, seine Abgeordneten auf Kurs zu bringen, ist für viele Beobachter der finnischen Innenpolitik die große Frage.

Doch aus lesbischwuler Sicht gibt es auch Lichtblicke: So ziehen mit Jani Toivula, Silvia Modig, Oras Tynkkynen und Pekka Haavisto drei offen schwule und eine offen lesbische Abgeordnete ins neue finnische Parlament ein. Besonders der Schauspieler Jani Toivula gilt als Gegenkonzept zu dem korpulenten Rechtspopulisten Timo Soini: Der Schauspieler ist schwul, grün und farbig – sein Vater kommt aus Kenia. „Ich weiß, was es bedeutet, einer Minderheit angzugehören“, sagte er der finnischen Zeitung HBL. „Ich weiß, was es bedeutet, schon äußerlich anders zu sein.“ Am Tag nach seinem Einzug im Parlament gratulierten ihm wildfremde Menschen dazu. „Das ist einfach unglaublich, aber es fühlt sich gut an“, freut er sich über die Reaktionen.

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