Wowreit kritisiert Verbot der Moskauer Schwulenparade

Der Berliner Bürgermeister Klaus Wowereit hat auf einer Moskau-Reise das Verbot von Schwulen- und Lesbenparaden in der russischen Hauptstadt stark kritistiert.

Diese Politik der Stadtregierung sei „diskriminierend“, so der offen schwule Politiker. Wowereit hat das Problem auch mit dem Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin angesprochen. Die beiden trafen sich anlässlich der Feiern zu 20 Jahren Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Moskau. Ein Treffen von Wowereit mit Vertretern der Lesben- und Schwulenbewegung, das anfangs angekündigt war, fand aber nicht statt.

Der Vorgänger Sobjanins, Juri Luschkow, hatte die Paraden als „teuflisch“ bezeichnet und prinzipiell verboten. Daraufhin wurde Moskau im letzten Jahr vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg zu einer Geldstrafe verurteilt. Heuer gab es für die Parade, die erstmals als Kulturveranstaltung angemeldet wurde, zunächst eine Genehmigung, die aber wieder zurückgezogen wurde. Die Begründung der Moskauer Behörden: Es bestehe die Gefahr, dass Kinder beim Anblick von Homosexuellen traumatisiert würden.

Der Moskauer Schwulenaktivist Nikolai Alexejew lässt sich davon aber nicht beirren und möchte am Samstag trotzdem durch die Straßen von Moskau marschieren – mit der Unterstützung namhafter Lesben- und Schwulenaktivisten aus der ganzen Welt. Auch die britische Botschaft hat ihre Unterstützung zugesagt.