Keine Öffnung der Ehe in Frankreich

In Frankreich hat das Parlament erwartungsgemäß einen Antrag zur Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule abgelehnt. Abgeordnete der regierenden konservativen UMP und der mit ihnen verbündeten Partei „Neues Zentrum“ stimmten großteils gegen die Öffnung, die linke Opposition aus Sozialisten, Grünen und Kommunisten stimmte dafür. Der Antrag wurde vom sozialistischen Abgeordneten Patrick Bloche eingebracht, der der Regierung Homophobie vorwarf.

Immerhin stimmten auch fünf UMP-Abgeordnete für den Entwurf, neun enthielten sich. Der UMP-Politiker François Copé möchte sogar eine innerparteiliche Arbeitsgruppe für die Gleichstellung von Schwulen und Lesben einrichten. Dabei dürfte er sich aber innerparteilich nicht viele Freunde machen. Haushaltsminister François Baroin sagte in einem Radiointerview: „Ich habe viele schwule Freunde, aber ich kenne keinen, der heiraten möchte.“

Für Aufregung sorgte allerdings ein anderer UMP-Abgeordneter. Christian Vanneste bezeichnete in seiner Rede die Öffnung der Ehe als „anthropologischen Irrweg“. Die Öffnung der Ehe bezeichnete er als „Mode, die von starken Lobbys beeinflusst wird“: „Die Gesellschaft muss den Fortbestand der Ehe zwischen Mann und Frau sicherstellen“, fordert Vanneste.

Es ist nicht das erste Mal, dass der Politiker durch lesben- und schwulenfeindliche Sprüche auffällt. Im Jahr 2007 wurde er zu 3.000 Euro Geldstrafe verurteilt, weil er weil er Schwule und Lesben als „minderwertig“ und „Gefahr für die Menschheit“ bezeichnet hatte.