Keine Lesben in Nigerias Nationalmannschaft

Trainerin hat "derartige Praktiken" mit "göttlicher Intervention" beseitigt

Fußball
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In Deutschland findet zur Zeit die Frauen-Fußball-WM statt. Anders als bei ihren männlichen Kollegen haben weibliche Fußballerinnen sehr oft kein Problem, zu ihrer Homosexualität zu stehen. Außer sie kommen aus Ländern wie Nigeria.

Homosexualität ist für die Trainierin ein „großes Problem“

Der nigerianische Fußballverband duldet nämlich keine lesbischen Spielerinnen in der Nationalmannschaft. Das machte Cheftrainerin Ngozi Eucharia Uche beim ersten Frauenfußball-Seminar Nigerias klar. Sie bezeichnete Homosexualität als „großes Problem“ im Team: „Manche Spielerinnen gingen sogar so weit, dass sie sich während unserer Trainingscamps Hotelzimmer anmieteten, um dort ihre Orgien zu feiern“, zitiert die nigerianische Zeitung „Sun News Online“ die Trainerin.

Doch „derartige Praktiken“ gehörten der Vergangenheit an. Seit ihrem Amtsantritt 2009 hat die Ex-Spielerin reinen Tisch gemacht: „Wir haben jetzt Spielerinnen, die Gottes Gebote befolgen. Sie wissen, dass Fußball ihnen Ruhm, Reichtum und Freude bringen kann. Im Gegensatz zum Lesbentum, das sie ruiniert“, macht Uche ihre Haltung klar.

„Wir haben eine göttliche Intervention gebraucht, um das unter Kontrolle zu bringen“

Lesbische Spielerinnen fand Uche durch Gerüchte innerhalb der Mannschaft und der tatkräftigen Mithilfe eines Geistlichen, der mit dem Team betete, erzählte sie der „New York Times“: „Wir haben eine göttliche Intervention gebraucht, um das unter Kontrolle zu bringen. Ich sage ihnen, es hat gut für uns funktioniert. Das ist eine Sache der Vergangenheit.“

Dabei handelt es sich nicht um leere Worte: Sir James Peters, der ehemalige technische Assistent des nigerianischen Fußballverbandes, bestätigt, dass in der Vergangenheit schon lesbische Spielerinnen aus der Nationalmannschaft ausgeschlossen wurden. „Nachdem ich Frauenmannschaften in den USA trainiert habe, verfüge ich über Insiderwissen, wie Lesben arbeiten“, sagte Peters einer nigerianischen Zeitung: „Als ich letztes Jahr mit der Mannschaft gearbeitet habe, habe ich einige Spielerinnen hinausgeworfen. Nicht weil sie keine guten Spielerinnen waren, sondern weil sie Lesben waren.“

Der nigerianische Verband gibt ihnen auch die Schuld am schlechten Abschneiden des Teams bei der WM 2007 und dem Afrika-Cup 2008. Verbessert haben sich die Leistungen der gottesfürchtigen heterosexuellen Frauenmannschaft aber nicht: In den WM-Vorbereitungsspielen schaffte Nigeria nur einen knappen Sieg gegen Tschechien und zwei Unentschieden gegen Österreich und die Slowakei.