Ab heute Lesben und Schwule in US-Armee erlaubt

Ab heute nimmt die US-Armee offiziell Lesben und Schwule in ihre Reihen auf. Das Verbot für homosexuelle Amerikaner, in der Armee zu dienen, wurde aufgehoben, „Don’t Ask, Don’t Tell“ (DADT) ist nicht mehr in Kraft.

DADT wurde vor 17 Jahren unter Präsident Bill Clinton als Kompromiss eingeführt. Damit konnten Homosexuelle in den US-Streitkräften dienen, wenn sie ihre sexuelle Orientierung nicht offen auslebten und nicht davon erzählten. Im Gegenzug durfte die Armee Bewerber und Soldaten nicht nach ihrer sexuellen Orientierung fragen. Erfuhr die Armee doch, dass ein Soldat schwul oder lesbisch war, musste sie ihn trotzdem entlassen.

Das Ende dieser Richtlinie begann im Oktober 2010, als Bundesrichterin Virginia Phillips DADT als verfassungswidrig einstufte. Um einer juristischen Niederlage zu entgehen, beschloss das Parlament daraufhin, das Verbot für Lesben und Schwule, in der Armee zu dienen, zu kippen. Mitte Juli unterzeichneten schließlich US-Präsident Barack Obama, Verteidigungsminister Leon Panetta und US-Generalstabschef Mike Mullen eine Erklärung, mit der sich die Armee bereiterklärt, schwule und lesbische Soldaten in ihren Reihen zu akzeptieren.

Insgesamt mussten etwa 14.000 Armeeangehörige während DADT ihren Dienst quittieren, weil sie homosexuell waren. Wenn sie wollen, können sie ab heute wieder ihren Dienst aufnehmen.