Schwuler Nudist erregte Filmproduzentin

In München stand ein 45-jähriger Schwuler vor Gericht, weil er nackt der Isar entlang gelaufen ist – und dabei offenbar unabsichtlich eine Filmproduzentin erregt hat.

Rudolf L., ein arbeitsloser Betriebswirt, ist ein Freund der Freikörperkultur. So war er auch im Juni 2011 am Isarufer in Höhe Pullach nur mit einem Rucksack und seinen Schuhen bekleidet friedlich unterwegs.

Doch dann kreuzte Anja N. seinen Weg. Sie ging gerade mit ihren beiden Hunden Gassi, erinnert sie sich vor Gericht: „Plötzlich sah ich den nackten Mann vor mir. Ich sah wie er Onanierbewegungen machte. Ich hatte allerdings das Gefühl, dass ich nicht die Person bin, die ihn erregt“, wirkt sie fast ein wenig enttäuscht. Mit „suchendem Blick“ soll er am Wasser entlangspaziert und dann ins Gebüsch verschwunden sein, so die Filmproduzentin.

Das bestätigte auch Rudolf L. dem Richter: „Ich bin schwul und onaniere nicht in der Öffentlichkeit. Schon gar nicht vor Frauen. Als ich da nackt rumlief und meine Notdurft in einem Gebüsch verrichtet habe, kam sie auf mich zu.“

Denn Anja N. fühlte sich belästigt. „Ich dachte, das geht nicht, wenn er so etwas vor kleinen Mädchen tut“, erklärte die 44-Jährige vor Gericht. Sie rief die Polizei. Diese wollte es allerdings genau wissen: „Die Beamten baten mich, dass ich schauen soll, ob das Ding steht. Aber der Mann stand mit dem Rücken zu mir im Gebüsch“, erinnert sich die Filmproduzentin. Damit er sich umdreht, stellte ihm die Filmproduzentin einige Fragen. Sie wollte die Uhrzeit wissen, ob er einen Bekannten von ihr gesehen habe oder ob er eine schwarze Sonnenbrille trage. „Ich hab mir zuerst gedacht, lass die quatschen“, erzählt L., dann habe es ihm aber gereicht: „Verschwinden sie, sie sexbesessene Tussi. Man wird wohl noch in Ruhe pissen dürfen“, fuhr er die Frau an. „Es war eine komische Situation“, bestätigt auch die Filmproduzentin.

Ob Rudolf L. nun onanierte, konnte die Dame allerdings auch auf Nachfrage des Richters nicht beantworten. Vielmehr habe sie geschlussfolgert, gestand sie. Im Gerichtssaal habe sie ihn nicht einmal mehr erkannt: „Vielleicht würde ich ihn an seinem Hintern erkennen“, so die 44-Jährige kleinlaut. Diesen Gefallen tat ihr Rudolf L. im Gerichtssaal allerdings nicht.

Die Polizei rückte damals trotzdem mit vier Einsatzwagen aus. Sie nahm den verdutzten Betriebswirt fest, der Anja N. noch als „dumme Kuh“ beschimpft hat. „Danach war ich total fertig mit den Nerven“, erinnert sich der 45-Jährige.

Der Arbeitslose ist empört: „Das ist eine Farce, ich fühle mich so sehr in meiner Würde verletzt.“. Auch seine Anwältin bestätigt: „Die Zeugin hat nichts gesehen und nur vermutet. Sie hat alles daran gesetzt, einen Homosexuellen vorzuführen.“ Das Gericht sah es genauso und sprach Rudolf L. frei.