Eingetragene Partnerschaft in Kroatien?

In Kroatien könnte es schon bald Eingetragene Partnerschaften für Lesben und Schwule geben. In einem Interview mit der Tageszeitung „Jutarnji List“ hat Premierminister Zoran Milanovic ein entsprechendes Gesetzesvorhaben angekündigt.

Geht es nach den Plänen der Regierung, sollen gleichgeschlechtliche Paare zukünftig die gleichen Rechte wie heterosexuelle Ehepaare bekommen, aber keine Kinder adoptieren können. Ob eine Stiefkindadoption möglich sein soll, ist noch unklar.

„Ich glaube, wir müssen vorwärts gehen, und uns von den fortschrittlichsten Ländern der Welt inspirieren lassen. Der schwul-lesbischen Community mehr Bürgerrechte zu geben wird niemanden sonst von seinen Rechten berauben. Unterm Strich geht es darum, dass eine Gruppe von Menschen, die auch Mitglieder unserer Gemeinschaft sind, mehr rechtliche Sicherheit brauchen. Wir müssen offen und transparent darüber reden, weil Menschenrechte einfach Menschenrechte sind“, so der kroatische Premierminister.

Seit 2003 gibt es in Kroatien für gleichgeschlechtliche Paare die Möglichkeit einer „uneingetragenen Partnerschaft“. Ein Gesetz zur Einführung von Eingetragenen Partnerschaften scheiterte bereits 2005 im kroatischen Parlament.

Mit seinem Plan nähert Milanovic sein Land weiter an die Europäische Union an. Diese fordert von Kroatien, vor einem EU-Beitritt die Lage von Lesben und Schwulen zu verbessern.

In der Bevölkerung dürfte der Plan nicht nur für Freude sorgen: So findet in der Hauptstadt Zagreb die Lesben- und Schwulenparade zwar meist ohne gröbere Zwischenfälle statt, in der Hafenstadt Split endete die Parade im letzten Jahr aber im Chaos, als 10.000 Rechtsextreme die rund 300 Teilnehmer angriffen.