Schönborn fordert ‚Weg der Bekehrung‘ für Lesben und Schwule

Christoph Schönborn wegen seiner liberalen Haltung zum offen schwulen Pfarrgemeinderat von Stützenhofen einen Rüffel von der vatikanischen Glaubenskongregation bekommen hat: Gegenüber der italienischen Zeitung „La Stampa“ vertritt er nun wieder eine konservative Haltung.

Es handle sich bei der Wahl zum Pfarrgemeinderat von Stützenhofen um „keinen Präzedenzfall“, so Schönborn. Die Verantwortung dafür, dass 80 Prozent der Stützenhofener den offen schwulen Florian Stangl gewählt haben, schiebt der Kardinal der Pfarre zu: „Die Pfarrei muss ihre Kandidaten für den Pfarrgemeinderat im Einklang mit den geforderten Eigenschaften wählen. In diesem Fall ist dies leider nicht erfolgt“.

Gegenüber homosexuellen Paaren müssten sich die Pfarrer streng an die Lehren der Kirche halten. „Wir sind überzeugt, dass diese Lehren den Weg zum Glück führen. Wir müssen jedem helfen, ein Leben zu führen, das diesen Lehren entspricht“

„Ein Weg der Bekehrung ist notwendig“, fordert Schönborn: „Das gilt sowohl für wiederverheiratete Geschiedene, als auch für diejenigen, die in homosexuellen Beziehungen leben. Man muss ihnen helfen, einzusehen, dass dies nicht der Plan Gottes ist. Wenn sie unfähig sind, den Lehren der Kirche zu folgen, sollen sie das mit Demut einsehen, Gott um Hilfe bitten, beichten und versuchen, nicht mehr zu sündigen. Wir können Gottes Plan nicht ändern. Wir können uns aber daran erinnern, dass mit unseren Sünden Gott endlos barmherzig ist“, so der Kardinal

Die Position der Kirche gegenüber Lesben und Schwulen habe sich durch den offen schwulen Gemeinderat in Stützenhofen nicht geändert: „Die Kirche hat stets Barmherzigkeit den Sündern gegenüber gezeigt und wir sind alle Sünder“.